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Aussichten

Wenn die Stadt, wenn ein Viertel, wenn ein Haus die Reflexion unserer Sehnsucht ist, was erzählt dann die Stadt, das Viertel, das Haus über uns? Was erzählt die Tatsache, dass eine Familie in der zwanzigsten Etage eines Hochhauses, der höchsten Etage, wohnt und über das Viertel blickt, zum Beispiel bis nach Moers, in der Ferne das rote Sparkassenemblem in der Dämmerung leuchten sieht, die orangene Schrift von Hornbach, die rauchenden Schlote? Aber auch viele Lichter, man könnte sagen: “It looks like the stars have been scattered across the ground. Have you ever seen anything so full of splendor?“
Wenn man eine Fotografie dieser Aussicht, sagen wir, auf Instagram posten würde, wüsste niemand, dass es sich um eine Aussicht auf Moers handelt, von, sagen wir, Homberg aus gesehen. Und wenn man von Moers Richtung Homberg fährt und auf das Haus schaut, wird man die Frage, warum die Menschen dort wohnen, kaum beantworten können, weil man nicht sieht, was die Bewohner*innen sehen. Weil der Blick auf die Welt sich nicht in den Fensterscheiben spiegelt.

von Karosh Taha

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung

21. Januar

2022

18:30 Uhr

Friedenskirche, Essen, Schlilfstr. 4

Ich glaube nicht, dass Ihr diese Zeilen erhalten werdet – Lesung mit Musik

Ein Roman über das Schicksal des ältesten Sohnes einer Essener Familie während des Zweiten Weltkriegs, inspiriert von echter Feldpost. Es liest Klaus Heimann, Musik Martin Gilitiuc

Veranstaltungsplakat

Ankündigung Lesung mit Musik

Franz Heimann ist 17 Jahre alt als er zum Reichsarbeitsdienst einberufen wird. Er muss die Schule abbrechen, um dem Ruf zu folgen. Doch das ist nicht der einzige Grund für seinen Mangel an Enthusiasmus: Franz denkt demokratisch, wie sein Vater Hermann. Blinder Gehorsam liegt beiden nicht. Um zu überleben, fügt Franz sich einem Staat, der das freie Denken bestraft, und zieht in den Krieg für eine Ideologie, die er nicht teilt.

Bis zum Wehrdienst ist Franz kein großer Schreiber. Dann beginnt er, sich mittels seiner Briefe an Erinnerungen und Heimweh zu klammern. Die Feldpost findet ihren Weg von Polen, Frankreich und schließlich England bis nach Essen, wo sein Vater als Beamter mit dem Rest der Familie den Krieg von einer anderen Seite erlebt. Stets schreibt Hermann seinem ältesten Sohn zurück und wartet bang auf das nächste postalische Lebenszeichen.

Jahrzehnte später stößt Franz' Sohn Klaus beim Aufräumen auf die geschriebenen Zeilen, die etwas dokumentieren, worüber in der Familie nur ungern gesprochen wurde. Zeilen, denen sein Vater und Großvater ihre Gedanken und Gefühle anvertrauten, immer im Bewusstsein möglicher Zensur und doch ohne Alternative. Er schreibt diesen Roman, der wahre Ereignisse und Fiktion verbindet

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede

Tickets: Eintritt frei

Gespräch, Lesung

27. Januar

2022

19:30 Uhr

Medienforum des Bistums Essen, Zwölfling 14, 45127 Essen

„Eine redliche Lüge“ – Lesung und Gespräch mit der Autorin Husch Josten

"Was wir sehen - und lieber nicht sehen wollen..."

Husch Josten, Foto: Charlotte Josten

Elise ist 24 Jahre alt und hat gerade ihr Studium beendet. Bevor sie in ihren Beruf startet, möchte sie einen Sommer lang noch einmal etwas ganz anderes machen. Sie bewirbt sich als Haushälterin bei dem Paar Margaux und Philippe und darf die beiden in ihre Ferienvilla in der Normandie begleiten. Das Paar wirkt auf Elise sehr harmonisch, weltoffen und gesellig. Immer wieder gibt es Feste und gemeinsame Abendessen. Sie kocht, bewirtet - und sie hört zu. Denn jeder Gast bringt seine eigene Geschichte und Meinung mit. Es wird diskutiert über Politik, Bücher, die Liebe und das Leben. So wird Elise zur eindringlichen Beobachterin von Sein und Schein. Sie erlebt ein Panoptikum der menschlichen Täuschungen, begreift, dass das Streben nach Glück und die Bereitschaft zum Betrug zwei Seiten derselben Medaille sind. Eines Abends wird die Gelassenheit dieses Sommers jedoch jäh und derart umfassend erschüttert, dass es auch Elises Leben für immer prägt

Kartenreservierung: Tel.: 0201 / 2204-274 oder medienforum@bistum-essen.de

Veranstalter: Medienforum des Bistums Essen in Kooperation mit: Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Essen

Tickets: 12,00 €

Lesung

27. Januar

2022

20:00 Uhr

Petershof, Hauptstraße 138-140, 45219 Essen-Kettwig

Klaus Heimann: “Ich glaube nicht, dass Ihr diese Zeilen erhalten werdet…”

Ein Roman über das Schicksal des ältesten Sohnes einer Essener Familie während des Zweiten Weltkriegs, inspiriert von echter Feldpost.

Cover: Ich glaube nicht, dass ihr diese Zeilen erhalten werdet

Cover: Ich glaube nicht, dass ihr diese Zeilen erhalten werdet, Hummelshain Verlag

Franz Heimann ist 17 Jahre alt als er zum Reichsarbeitsdienst einberufen wird. Er muss die Schule abbrechen, um dem Ruf zu folgen. Doch das ist nicht der einzige Grund für seinen Mangel an Enthusiasmus: Franz denkt demokratisch, wie sein Vater Hermann. Blinder Gehorsam liegt beiden nicht. Um zu überleben, fügt Franz sich einem Staat, der das freie Denken bestraft, und zieht in den Krieg für eine Ideologie, die er nicht teilt.

Bis zum Wehrdienst ist Franz kein großer Schreiber. Dann beginnt er, sich mittels seiner Briefe an Erinnerungen und Heimweh zu klammern. Die Feldpost findet ihren Weg von Polen, Frankreich und schließlich England bis nach Essen, wo sein Vater als Beamter mit dem Rest der Familie den Krieg von einer anderen Seite erlebt. Stets schreibt Hermann seinem ältesten Sohn zurück und wartet bang auf das nächste postalische Lebenszeichen.

Jahrzehnte später stößt Franz' Sohn Klaus beim Aufräumen auf die geschriebenen Zeilen, die etwas dokumentieren, worüber in der Familie nur ungern gesprochen wurde. Zeilen, denen sein Vater und Großvater ihre Gedanken und Gefühle anvertrauten, immer im Bewusstsein möglicher Zensur und doch ohne Alternative. Er schreibt diesen Roman, der wahre Ereignisse und Fiktion verbindet.
Ein Roman über das Schicksal des ältesten Sohnes einer Essener Familie während des Zweiten Weltkriegs, inspiriert von echter Feldpost.

Der Autor Klaus Heimann hat mit Sigi Siebert schon eine Reihe Lokalkrimis veröffentlicht, nun inspirierten ihn die Briefe seines Vaters und Großvaters während des Zweiten Weltkriegs zu einem historischen Roman.

Eintritt frei
Es gilt die 2 G-Regel mit Maske • Impfnachweis erforderlich
Anmeldung erforderlich: veranstaltung@petershof-kettwig.de oder Tel. 02054 - 4418

Veranstalter: Petershof

Tickets: Eintritt frei

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2022 startet durch mit „Das verlorene Paradies“ von Abdulrazak Gurnah

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