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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Kinder- und Jugendbuch

16. Juli

2026

16:30 Uhr

Stadtteilbibliothek Buer im Linden-Karree, Hochstraße 40-44, 45894 Gelsenkirchen

Kamishibai Erzähltheater

Jeden zweiten und dritten Donnerstag im Monat lesen wir eine Geschichte vor. Danach wird zum Thema passend gebastelt oder gemalt. Für Kinder ab 3 Jahren.

Jeden zweiten und dritten Donnerstag im Monat von 16:30 - 17:00 Uhr lesen wir eine Geschichte vor.
Danach wird zum Thema passend gebastelt oder gemalt. Für Kinder ab 3 Jahren.

Infos und kostenlose Anmeldung telefonisch unter 0209 169-4378.

Mit freundlicher Unterstützung des Freunde der Stadtbibliothek Gelsenkirchen e. V.

Veranstalter: Stadtteilbibliothek Gelsenkirchen-Buer

Tickets in €: frei

Kinder- und Jugendbuch, Lesung

16. Juli

2026

15:00 Uhr

Metropolengarten Am Dahlbusch, 45884 Gelsenkirchen

Literaturfestival Nah und Fern: Frauke Angel „Ein Zimmer für mich allein“

Die neunjährige Elli hat nur einen einzigen Wunsch: ein Zimmer für sich allein. Das ist allerdings gar nicht so einfach mit zwei Brüdern und einer alleinerziehenden Mutter in der Plattenbausiedlung.

Frauke Angel, Foto: privat

Die neunjährige Elli hat nur einen einzigen Wunsch: ein Zimmer für sich allein. Das ist allerdings gar nicht so einfach mit zwei Brüdern und einer alleinerziehenden Mutter in der Plattenbausiedlung. Doch zum Glück hat Elli ihre beste Freundin Nursemin, eine angehende Poetin mit untrüglichem Gespür für Sprache und andere wichtige Dinge des Lebens, an der Seite, die einen ganz ähnlichen Wunsch hat. Und dann kommt den Mädchen ein riesiger Hund und ein rostiger Nagel zur Hilfe. Das Abenteuer beginnt!

Frauke Angel wurde 1974 im Ruhrgebiet geboren. Sie ist ausgebildete Schauspielerin und arbeitete 20 Jahre an deutschen Bühnen, zudem als Putzfrau, Verkäuferin, Grabpflegerin, Schweißerin, Bardame, Luftgitarristin und Ghostwriterin. Seit 2012 ist sie freie Autorin. Sie schreibt vor allem für Kinder und Jugendliche.

Eine Veranstaltung des Literaturfestivals „Nah und Fern“, das vom 16. bis 25. Juli 2026 stattfindet.
Die Schirmherrschaft hat die Oberbürgermeisterin Andrea Henze.

Veranstalter: Metropolengarten Am Dahlbusch, Stadt Gelsenkirchen

Tickets in €: frei

Lesung, Lesung und Gespräch

16. Juli

2026

19:00 Uhr

Metropolengarten Am Dahlbusch, 45884 Gelsenkirchen

Literaturfestival Nah und Fern: Birgitta M. Schulte „Ruhrgemüse, polnisch“

Im Nachkriegs-Dortmund versuchen Adam und Zusanna sich zusammen im Pulsschlag der enormen industriellen Entwicklung eine bessere Zukunft aufzubauen, haben aber verschiedene Vorstellungen davon.

Birgitta M. Schulte, Foto: Masako Kato

Die Bochumer Redakteurin und Autorin Brigitta M. Schulte hat einen biografisch geprägten Familienroman geschrieben. Der schlanke Band steckt voller historischer Details und spürt eindrucksvoll dem Schicksal der Ruhrpolen über mehrere Jahrzehnte nach.

Ende des 19. Jahrhunderts benötigen die Fabriken im Ruhrgebiet massenhaft Arbeiter. Zuzanna und Adam versuchen hier Fuß zu fassen: Der Armut in ihrer polnischen Heimat sind sie entflohen und auch wenn sie um die Schwierigkeit des Ankommens in der Fremde wissen, eint sie ihr Wunsch nach einer besseren Zukunft für ihre Kinder. Doch sie entwickeln unterschiedliche Vorstellungen davon, als Adam sich politisch engagiert und Zuzanna von einem Vertiko für ihr Heim träumt.

Über die polnische Herkunft ihrer Urgroßeltern hatte die Bochumer Redakteurin und Autorin Brigitta M. Schulte lange nichts gewusst. In kurzen, die Handlung ergänzenden Passagen sucht sie in ihrem absolut lesenswerten Roman nach Erklärungen. War es Scham, dass ihre Vorfahren die eigene Herkunft lieber verschwiegen? Schließlich geht es in „Ruhrgemüse, polnisch“ auch um soziale Fragen, um Milieuverschiebungen und Klassenzugehörigkeit: Es ist die Zeit der Gewerkschaftsgründungen und besonders Adam zeigt Empathie für die, die es noch schwieriger haben als er und unter den harten Arbeitsbedingungen leiden. Von der Obrigkeit bespitzelt hat er bald das Gefühl, sich zwischen Karriere und Engagement entscheiden zu müssen. Schultes detailliert recherchierte Geschichte fängt die angespannte Stimmung Jahre nach Aufhebung der Sozialistengesetze ein, hebt etwa hervor, wie „entlassen am 2. Mai“ sich als Code etablierte, der vor gewerkschaftsnaher Gesinnung warnen sollte.
Von einem Auftritt Rosa Luxemburgs im Ruhrgebiet bis zur Gründung des BVBs hält der Roman zudem immer wieder interessante historische Verweise bereit.

Veranstalter: Metropolengarten Am Dahlbusch, Stadt Gelsenkirchen

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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