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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Leseshow, Lesung und Gespräch

09. Juli

2026

20:30 Uhr

Theater an der Ruhr, Akazienallee 61, 45478 Mülheim

Frank Goosen „Über Fußball in Zeiten der Weltmeisterschaft“

Fußballfan und Ruhrgebietskenner Frank Goosen wirft einen Blick auf die Männer-Fußball-WM und geht dem gesellschaftlichen Zwiespalt nach, den dieses Mega-Event auslöst.

Ein Mann (Frank Goosen) zu sehen

Frank Goosen, Foto: Martin Steffen

Im Ruhrgebiet ist der Fußball seit jeher mehr als ein Spiel. Er stiftet hier Identität nicht trotz seiner Widersprüche, sondern mitten in ihnen: Weit über 90 Minuten hinaus ist Fußball gemeinsame Leidenschaft, weitergegebene Erfahrung und öffentlich gelebte Form von Treue und Zusammenhalt.

Mit Frank Goosen begrüßen wir einen, der davon erzählen kann: als Autor mit unverwechselbarem Ton, als genauer Beobachter des Ruhrgebiets und als kundiger Fußballfan, der weiß, dass in diesem Spiel immer auch von Herkunft, Gemeinschaft und Hoffnung die Rede ist. Genau der richtige Gesprächspartner also, um mit ihm einen Blick auf die Männer-Fußball-Weltmeisterschaft zu werfen und einem Zwiespalt nachzugehen, den dieses Mega-Event auslöst. Denn die WM ist beides: ein gigantisches Ereignis, das Menschen in aller Welt gemeinsam schauen, kommentieren, feiern und erinnern – und eine gnadenlos anmutende Kommerzmaschine, die Bilder, Gefühle und Zugehörigkeit in globale Verwertungslogiken einspannt.

In Zeiten der Weltmeisterschaft möchten wir also fragen: Welche Utopie steckt noch im Fußball? Und was bleibt von seinem Versprechen auf Gemeinschaft unter den Bedingungen des Spektakels?

Veranstalter: Theater an der Ruhr

Tickets in €: 7,50

Buchvorstellung, Lesung

09. Juli

2026

19:00 Uhr

Buchhandlung Proust, Am Handelshof 1, 45127 Essen

Lutz van Dijk „Die weite Welt“

New York, Hamburg, Jerusalem, Amsterdam, Kapstadt – dies sind die Stationen eines ungewöhnlichen Lebens. Lutz van Dijk gibt Einblicke in sein Zuhause in verschiedenen Ländern und Kontinenten.

Lutz van Dijk, Foto: Gesche Jäger

Lutz van Dijk, Foto: Gesche Jäger

Alles beginnt mit 18 in New York. Fremd, arbeitslos, schwul – mit nur 50 Dollar in der Tasche. Dann aber trifft er Menschen. Einfache Menschen. Eine Putzfrau in Manhattan, einen Flüchtling aus Haiti. Der erste Job: Busfahrer in Pennsylvania.

Nach dem Erfolg von „Irgendwann die weite Welt“ über sein Aufwachsen in Westberlin zu Mauerzeiten bis zum Aufbruch nach New York mit 18 begleiten wir Lutz van Dijk nun über Hamburg, Jerusalem, Amsterdam und Kapstadt in „Die weite Welt“ bis heute mit 70.

Veranstalter: Buchhandlung Proust, EXILE Kulturkoordination e.V.

Tickets in €: 5,-

Buchvorstellung, Gespräch

09. Juli

2026

19:30 Uhr

readymade.books, Bochumer Str. 108, 45886 Gelsenkirchen

Morten Paul „Was war Faschismustheorie?“

Der Faschismus ist zurück – und mit ihm die Frage, wie wir ihn verstehen und bekämpfen können. Gespräch mit Morten Paul und Mona Leinung. Moderation: Lukas Hermann.

Der Faschismus ist zurück – und mit ihm die Frage, wie wir ihn verstehen und bekämpfen können. Das Buch nimmt sich dieser Frage auf besondere Weise an. Herausgeber Morten Paul und Mona Leinung stellen es im Gespräch mit Lukas Hermann vor.

Karten reservieren: hallo@readymadebooks.de

Veranstalter: readymade.books

Tickets in €: 3-5,- / frei (Schüler*innen/Student*innen)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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