wir
reden

Garten

Der Himmel ist blau. Mit ein bisschen Feinstaub drin.

Unsere Nachbarn besitzen jetzt Hühner. Und einen neuen Grill.

Wir graben ein Loch, finden einen Gegenstand aus Metall.

Es könnte eine Granate sein. Oder doch nur ein Gegenstand aus Metall. Wir buddeln das Loch wieder zu und pflanzen Lavendel. Lavendel beruhigt.

Unsere Nachbarn besitzen einen Baum. Nicht die Nachbarn mit den Hühnern, die anderen. Und im Baum nistet eine Taube. Ohne Taube geht es nicht. Manchmal fliegt sie in unseren Garten, um das Rotkehlchen von der Teppichstange zu verjagen. Dann jagen wir die Taube davon.

Lieber das Rotkehlchen auf der Teppichstange als die Taube im Baum. So sagt man doch.

Lieber die Taube im Baum als die Granate im Blumenbeet. So sagen unsere Nachbarn.

Freunde kommen zu Besuch.

„Das ist aber ein schöner Hinterhof.“, sagen sie.

„Garten“, sagen wir. „Seht ihr nicht da vorne, den Rasen?“

Sie runzeln die Stirn und wir lassen sie am Lavendel riechen.

von Sarah Jäger

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

20. Oktober

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Slata Roschal „Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet“

Wo Wellness auf Arbeit trifft. Ein Roman über Kapitalismus und Dekadenz.

Cover von Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet von Slata Roschal: Rosa Hintergrund, ein silbernes Handmikrofon steckt in Stoff und zieht Falten, schwarzer Titeltext.

Claassen Verlag

Lea Stein reist zu einem Bewerbungsgespräch ins Hotel Schillerhof Resort & Spa – ihre letzte Chance auf einen Neuanfang. Die junge Mutter hofft auf einen Job beim Literaturagenten Erwin Groß. Während Lea durch die Welt der Wohlhabenden laviert – unsicher, beobachtend, rechnend –, putzen Migrantinnen die Zimmer und halten die luxuriöse Fassade aufrecht. Erwin Groß schläft schlecht, trotz Erfolg, und sucht jemanden für die unangenehmen Aufgaben – günstig, versteht sich.

Als ein Autor tot in seinem Zimmer aufgefunden wird, ändert sich alles: Wer darf hier sein? Wer muss gehen? Und wer entfernt das Blut aus dem Teppich?
Slata Roschal erzählt mit messerscharfer Präzision von Klassenunterschieden, die sich in Trinkgeldern, gebügelten Servietten und Sitzordnungen manifestieren. Ein Roman über Menschen, die servieren, und Menschen, die sich bedienen lassen – lakonisch, bitterkomisch und von erschreckender Gegenwärtigkeit.

Slata Roschal, geboren 1992 in Sankt Petersburg, promovierte an der LMU München in der Literaturwissenschaft. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Bücher- Frauen-Literaturpreis und den Kunstförderpreis des Freistaates Bayern. Ihr Romandebüt „153 Formen des Nichtseins“ wurde 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2024 erschien mit „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ ihr zweiter Roman.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: ab 5,-

Kinder- und Jugendbuch

20. Oktober

2026

16:00 Uhr

Lebendige Bibliothek, Böckenhoffstr. 12a, 46236 Bottrop

Vorlesestunde in gemütlicher Runde

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Grafik: Lebendige Bibliothek

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Veranstalter: Lebendige Bibliothek Bottrop

Tickets in €: frei

Workshop/Seminar

20. Oktober

2026

17:00 Uhr

LiteraturRaum BO im Atelier 4630, Gerberstr. 15, 44787 Bochum

Workshop: Mein Ich im Wort – Schreiben als Therapie mit Christiane Mathei

In diesem Workshop erkundest du dich selbst durch das Schreiben. Schreibimpulse und der Austausch über die Texte unterstützen dich dabei, neue Erkenntnisse und Perspektiven zu gewinnen.

Entdecke in diesem Workshop die Kraft deiner Worte. Erkunde dich in kreativer Form der Selbstreflexion und lasse dich durch die vielfältigen Möglichkeiten des Therapeutischen Schreibens unterstützen. Inspirierende Schreibimpulse und ein geschützter Raum für den Austausch über die Texte unterstützen dich dabei, neue Erkenntnisse und Perspektiven zu gewinnen und bisher unbeschrittene Wege zu entdecken. Vielleicht hebst du verborgene Schätze?
Du brauchst keine Schreiberfahrung - nur Stift, Papier und die Bereitschaft, dich schreibend auf dich selbst einzulassen.

Leitung: Christiane Mathei, Psychologische Psychotherapeutin

Anmeldung unter praxis@christiane-mathei.de
Anmeldeschluss: 16. Oktober

Veranstalter: Christiane Mathei, LiteraturKollektiv Bochum

Tickets in €: 45,-

Alle Veranstaltungen

Neues im Magazin

Alle Beiträge

Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

hier entlang