wir
reden

Garten

Der Himmel ist blau. Mit ein bisschen Feinstaub drin.

Unsere Nachbarn besitzen jetzt Hühner. Und einen neuen Grill.

Wir graben ein Loch, finden einen Gegenstand aus Metall.

Es könnte eine Granate sein. Oder doch nur ein Gegenstand aus Metall. Wir buddeln das Loch wieder zu und pflanzen Lavendel. Lavendel beruhigt.

Unsere Nachbarn besitzen einen Baum. Nicht die Nachbarn mit den Hühnern, die anderen. Und im Baum nistet eine Taube. Ohne Taube geht es nicht. Manchmal fliegt sie in unseren Garten, um das Rotkehlchen von der Teppichstange zu verjagen. Dann jagen wir die Taube davon.

Lieber das Rotkehlchen auf der Teppichstange als die Taube im Baum. So sagt man doch.

Lieber die Taube im Baum als die Granate im Blumenbeet. So sagen unsere Nachbarn.

Freunde kommen zu Besuch.

„Das ist aber ein schöner Hinterhof.“, sagen sie.

„Garten“, sagen wir. „Seht ihr nicht da vorne, den Rasen?“

Sie runzeln die Stirn und wir lassen sie am Lavendel riechen.

von Sarah Jäger

Aktuelle Veranstaltungen

Buchvorstellung, Festival

14. März

2026

18:00 Uhr

Bibliothek Moers, Wilhelm-Schröder-Str. 10, 47441 Moers

Krimifestival Moers: Ulrich Noller (WDR) – In zwanzig Krimis um die Welt

Auf kriminalistischen Spuren einmal um die Welt: Ulrich Noller, Jurymitglied beim Deutschen Krimipreis, stellt internationale lesenswerte Krimis vor.

Ulrich Noller, Foto: privat

Wenn es um Krimis geht, ist Ulrich Noller eine der besten Adressen hierzulande. Er ist Mitglied in der Jury der monatlichen Krimibestenliste und des Deutschen Krimi Preises. Seit fast zwanzig Jahren beurteilt er auf WDR5 am Montagmorgen den sonntäglichen „Tatort“. Seine regelmäßigen Krimitipps liefern Orientierung im Dschungel der monatlichen Neuerscheinungen. Dafür sichtet er regelmäßig, was deutsche, aber auch internationale Krimiautorinnen und -autoren produziert haben. Dass das Genre „Kriminalroman“ inzwischen längst nicht mehr nur in Europa oder den USA beheimatet ist, sondern auch in den Ländern des globalen Südens, in Afrika oder im asiatischen Raum etabliert ist, freut ihn besonders. Denn hier lassen sich noch große, aber weitgehend unbekannte Erzählstimmen entdecken. Und sie erschließen uns die Möglichkeit, mehr zu erfahren über Länder und Kulturräume, die großartig und spannend, aber eben weitgehend unbekannt sind. Nollers Credo lautet: „Egal, ob Unterhaltung oder „hohe“ Literatur, mich interessiert vor allem eines: richtig gute Geschichten.“

Mit ihm reisen wir an diesem Abend auf kriminalistischen Spuren einmal um die Welt.
Gespräch und Moderation: Rita Mielke

Veranstalter: Bibliothek Moers

Tickets in €: 15,-

Lesung, Lesung und Gespräch

14. März

2026

19:30 Uhr

Schlosstheater Moers, Kastell 9, 47441 Moers

Eva von Redecker „Dieser Drang nach Härte“

Es geht ein Rechtsruck um die Welt, überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. In Redeckers wegweisender Analyse gewinnt das diffuse Wesen des Faschismus an Kontur und wird angreifbar.

Eva von Redecker, Foto: Sophie Brand

Die bekannte Philosophin Eva von Redecker legt eine bahnbrechende Analyse des Faschismus vor, die unserer Gegenwart gewachsen ist. Es geht ein Rechtsruck um die Welt, überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. Und doch laufen die ewig bemühten Analogien zur Zeit des Nationalsozialismus ins Leere: Der Faschismus der Gegenwart hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. In Redeckers wegweisender Analyse gewinnt sein diffuses Wesen an Kontur – und wird angreifbar.

Seinen Kern verortet sie in der Beschwörung eines unbedingten Besitzanspruchs, dessen Verteidigung über Leichen geht. Ein erhellendes und widerständiges Buch, das Verbundenheit gegen die um sich greifende Härte unserer Zeit stellt und Denkfreude verströmt.

Veranstalter: Schlosstheater Moers

Tickets in €: 13,- / € 8,- (erm.)

Festival, Lesung und Gespräch

15. März

2026

17:00 Uhr

Sparkasse am Niederrhein, Ostring 4-7, 47441 Moers

Krimifestival Moers: Women in Crime – Gespräch und Lesung mit Noemi Harnickell, Else Laudan und Justine Pust

Frauen im Krimigenre: Sie sind Autorinnen, aber auch Ermittlerinnen, Opfer und Täterinnen. Noemi Harnickell, Else Laudan und Justine Pust bringen im Gespräch unterschiedliche Positionen zum Thema ein.

Frauen spielen im Krimi-Genre seit langem eine gewichtige Rolle: Sie sind Autorinnen, aber auch Ermittlerinnen, Opfer – und Täterinnen. In den vergangenen Jahren haben sich Sichtweisen und weibliches Personal im Kriminalroman weiter entwickelt, werden traditionelle Rollenbilder häufiger hinterfragt und Lebensrealitäten von Frauen in den Mittelpunkt gerückt. Über dieses Thema wollen wir mit 3 Frauen ins Gespräch kommen, die ganz unterschiedliche Positionen einbringen können:

Noemi Harnickell, 1992 in Bern geboren, Autorin und Journalistin, hat ein Buch zum Thema „Fatale Flora“ veröffentlicht und beschäftigt sich darin mit giftigen Pflanzen, einem englischen „poison garden“ und berühmten oder vergessenen Giftmörder:innen.

Else Laudan, 1963 in Berlin geboren, ist Übersetzerin und Lektorin und eine der herausragenden deutschen Verlegerinnenpersönlichkeiten. Seit 1997 leitet sie den Argument Verlag und ist Herausgeberin der legendären Ariadne-Krimis, die in den 1980er Jahren die reine Krimi-Männerdomäne aufbrachen und mit weiblichen Ermittlerinnen ein neues Genre, Krimi- und Politliteratur, schuf. Nicht zuletzt bei „HERland“, dem Netzwerk für feministische Kriminalliteratur, engagiert sie sich für feministischen Realismus im Krimigenre.

Justine Pust ist Sozialarbeiterin und Autorin. Sie steht für das extrem erfolgreiche junge New-Adult-Genre, schreibt romantische, aber auch hoch spannende Suspense-Geschichten und begeistert damit vor allem junge Leser und Leserinnen. Über ihre Lieblingsbücher, das Schreiben und Mental Health berichtet sie auf Social Media.

Gesprächsleitung: Rita Mielke

Veranstalter: Bibliothek Moers

Tickets in €: 20,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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