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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

28. August

2026

19:00 Uhr

Klumpen Moritz, Bahnhofstr. 30, 46145 Oberhausen

ausverkauft!!! Lena Schätte „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ !!!ausverkauft

Alkoholsucht als Familientrauma: Lena Schättes preisgekrönter Roman zeigt ernüchternd, wie die Abhängigkeit eine ganze Familie zerrüttet und wie Zusammenhalt dennoch möglich wird.

Lena Schätte, Foto: Max Burk

"Motte" wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.

"Das Schwarz an den Händen meines Vaters" von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.

Lena Schätte, geboren 1993 in Lüdenscheid, debütierte 2014 mit dem Roman "Ruhrpottliebe". In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Heute betreut sie suchtkranke Menschen in Lüdenscheid – und schreibt.

Einlass ab 18 Uhr

Die Veranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Veranstalter: Literaturhaus Oberhausen

Tickets in €: 10,- / € 5,- (erm.)

Leseshow

28. August

2026

19:00 Uhr

Bioladen und Café am Mergelteich, Mergelteichstraße 47, 44225 Dortmund

Stefan Keim „Ritter, Reime und Romanzen“ – Ein Heinz-Erhardt-Abend

Stefan Keim bringt Erhardt zurück ins Bühnenleben. Die berühmten Klassikerparodien wie Goethes "König Erl" oder Schillers "Apfelschuss" sind ebenso zu hören wie lockere, wortwitzige Plaudereien.

Stefan Keim, Foto: Meike Bolte

"Alles im Leben geht natürlich zu. Nur meine Hose geht natürlich nicht zu." Kaum einer verstand sich so auf das selbstironische Spiel mit der deutschen Sprache wie Heinz Erhardt. Das Komikeridol der Wirtschaftswunderzeit war nie verletzend. Sein Humor blieb immer menschenfreundlich, und wenn er mal schwarze Töne anschlug, geschah das mit einem Augenzwinkern.

Stefan Keim bringt den 1979 verstorbenen Erhardt zurück ins Bühnenleben. In "Ritter, Reime und Romanzen" sind die berühmten Klassikerparodien wie Goethes "König Erl" oder Schillers "Apfelschuss" ebenso zu hören wie lockere, wortwitzige Plaudereien, sogar eine ganze Oper, Heinz Erhardts Version der "Carmen", bleibt dem Publikum nicht vorenthalten. Keim verwandelt sich stimmlich und optisch in Heinz Erhardt und singt auch einige der bekanntesten Chansons wie "Fräulein Mabel" und "Linkes Auge blau".

Der Abend soll nicht nur den Menschen und Komiker Heinz Erhardt auferstehen lassen, sondern seine spezielle Sprachakrobatik fortführen, die Kunst des Kalauers für unsere heutige Zeit weiterdenken. Schließlich war Heinz Erhardt – mit heutigen Worten beschrieben – der erste deutsche Standup-Comedian.

Stefan Keim ist Autor, Journalist, Moderator und Schauspieler. Seine kabarettistischen Auftritte führten ihn zu über hundert verschiedene Kleinkunst-Bühnen im gesamten Bundesgebiet.

Vorverkauf: Das Café, Tel.: 02305/6957959

Veranstalter: Melange e.V.

Tickets in €: 15,-

Lesezirkel/Buchclub

29. August

2026

16:00 Uhr

Bücherträume, Prinzeß-Luise-Str. 9, 45479 Mülheim

Queerer Buchclub

Einmal im Monat wählen wir ein queeres Buch aus, lesen es und kommen dann zusammen, um darüber zu reden. Offen, ehrlich, neugierig. Du musst selbst nicht queer sein.

Plakat für den queeren Buchclub in Mülheim, bei dem jeden Monat ein neues Buch gelesen wird

Flyer: Queerer Buchclub

Entdecke neue queere Bücher und tausche Dich aus
Jeden Monat ein neues queeres Buch — gemeinsam lesen, gemeinsam reden.

Du möchtest mit uns vor Ort neue queere Bücher entdecken und Dich mit anderen darüber austauschen? Oder einfach mal mehr und diverser lesen? Dann ist unser Buchclub das passende Format für Dich.

Jeden Monat wählen wir ein queeres Buch aus, lesen es und kommen dann zusammen, um darüber zu reden. Offen, ehrlich, neugierig.

Dafür treffen wir uns einmal im Monat samstagnachmittags bei einem leckeren Getränk und Snacks – entweder bei uns in den Bücherträumen oder im Café Monu direkt nebenan.

Uns ist es wichtig, dass der Buchclub mehr ist als ein Lesekreis: Wir wollen einen safer space schaffen – einen Ort, an dem sich alle wohlfühlen und respektiert fühlen. Eine Atmosphäre, in der jede:r frei sprechen und die eigenen Gedanken und Gefühle teilen kann.

Du musst selbst nicht queer sein, um teilzunehmen. Wir freuen uns über alle, die offen und respektvoll miteinander umgehen.

Welche Bücher lesen wir?
Wir legen fest, welche Bücher zwischen den Terminen gelesen werden. Dabei legen wir auf eine vielfältige Auswahl an queeren Geschichten, unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen wert. Anregungen von Euch nehmen wir dabei sehr gerne entgegen! Wenn Du wissen möchtest, was als Nächstes gelesen wird, kontaktiere uns gerne vor Deiner Anmeldung.

Damit wir besser planen können, bitten wir um eine kurze Anmeldung über den Ticketlink oder telefonisch unter 0208 / 821 461 84. Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter: Buchhandlung Bücherträume

Tickets in €: Freier Eintritt

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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