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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Bild und Text, Buchvorstellung, Kinder- und Jugendbuch, Lesung

15. Juni

2024

11:00 Uhr

Stadtbücherei Kamen, Markt 1, 59174 Kamen

Vorlesestunde für Kinder

Jeden Samstag in der Zeit von 11-12 Uhr liest der Förderverein der Stadtbücherei Kamen für Kinder jeden Alters vor.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstalter: Stadtbücherei Kamen

Tickets in €: frei

Buchvorstellung, Lesung und Gespräch

15. Juni

2024

19:00 Uhr

Alte Mühle in der Dong, Alte Mühle 4a, 47506 Neukirchen-Vluyn

Literatursommer im Mühlenpark – Dr. med. Burkhard Voß „Deutschland in der Psycho-Falle“

Eine literarische Reise durch sechs Bücher, voller humoriger aber zum Nachdenken anstimmender Geschichten aus dem Leben eines bekannten Neurologen und Psychiater, gelesen von Rezitator Ayhan Baser.

Literatursommer im Mühlenpark, Foto: Alte Mühle in der Dong

Die Alte Mühle in der Dong (erstmals historisch erwähnt 1490) und der angrenzende private Park sind seit einigen Jahren Mitglied im literaturgebiet.ruhr. Die Freilichtbühne gegenüber vom Mühlenteich bietet im Sommer vielfältige Gelegenheiten zum Vernetzen und zum inspirierenden Dialog mit Gleichgesinnten, die sich das Faible für eine kreativ-entspannte Atmosphäre bewahrt haben. Ein lauer Sommerabend in einer grünen Oase, dazu ein (oder 2,3…) Glas guter Wein, "Ruhrpott-Tapas", chillige Musik und als Highlight ein moderiertes Gespräch auf der Freiluftbühne im sanften Licht der Abendsonne – das hat was! Das Ganze findet wetterunabhängig unter einem riesigen bunten Fallschirm statt.

Wer so etwas zu schätzen weiß, ist herzlich willkommen. Der Zutritt ist frei. Die Preise des Gastro-Service moderat. Wir wollen als Altruisten ein Treffpunkt für Menschen sein, die die kritische Distanz zum Mainstream und zur intellektuellen Verflachung großer Bevölkerungskreise zusammenführt.

Die Hohe Schule von Feinsinn, Sprachkultur und zeitgeschichtlicher Ironie: Dr. med. Burkhard Voß

Wollten Sie nicht immer schon mal einen Psychiater besuchen? Beim Literatursommer im Mühlenpark bietet sich die Gelegenheit, mit einem anerkannten Spezialisten für Neurologie und Psychiatrie auf eine humorige aber gleichzeitig nachdenklich stimmende literarische-Reise durch den alltäglichen "Wahnsinn" zu gehen. Seit nunmehr zwanzig Jahren beobachtet Dr. Burkhard Voß Politik, Menschen und ganz allgemein die Entwicklung der Gesellschaft. Mal bissig, mal sarkastisch, mal ironisch. Immer erfrischend anders und mit einer feinen Prise an subtilem Humor gewürzt. Seine Bücher werden von ihm in eine klare und vor allem verständliche
Sprache gegossen. Da schwingt im Spannungsbogen der Geschichten ein Hauch von Loriot, da taucht man bei der einen oder anderen Episode in Szenen ein, als wären diese dem Ideenreichtum von Ephraim Kishon entsprungen. Und wenn es politisch wird, ist auch der Klartext-Journalist Peter Hahne inhaltlich nicht weit entfernt.

Einzigartig ist Burkhard Voß aber schon deshalb, da alle Kapitel seiner vielen Bücher stets auf dem soliden Fundament seines langjährigen beruflichen Wirkens als Psychiater ruhen.

Der „Wirkungsbeschleuniger“: Rezitator Ayhan Baser

Für den optimalen Hörgenuss bei dieser geistreichen Lektüre haben wir lange nach einem Rezitator gesucht, der die feinnervigen Formulierungen des Autoren in sonorer Sprache, Mimik und Gestik vermittelt. Es ist Ayhan Baser aus Kamp-Lintfort. Der Diplom Sozialwissenschaftler hat das gewisse Timbre in der Stimme zu bieten, welches diese wunderbaren Texte bei einer Lesung zur Wirkung bringen.

Moderiert wird die Lesung von der freien Journalistin Jutta Langhoff (Rheinische Post).

Eine Voranmeldung ist wünschenswert unter buerger@store-development.de.

Veranstalter: Alte Mühle in der Dong

Tickets in €: frei

Autor*innentreffen, Lesung und Gespräch, Poetry Slam

15. Juni

2024

19:30 Uhr

werkstatt e.V., Hagenstrasse 34, 45894 Gelsenkirchen

Femtalk „Dating Stories“

In dieser Ausgabe der Lesereihe "Femtalk" setzen sich drei Autor*innen aus NRW kreativ mit "Dating stories" auseinander.

Dea Šinik, Foto: werkstatt e.V.

Der "Femtalk" ist eine neue literarische Reihe, die versuchen möchte weiblich gelesenen Perspektiven eine Plattform zu geben.
Ein erster Zugang zu feministischen Perspektiven bietet die Frage nach der Selbstbestimmung des Körpers - spüren weiblich gelesene Personen in sich nach? Wie gestalten sich Begegnungen? Wie erkennen wir Grenzen? Was erlaube ich mir? Was erlaube ich anderen? Viele Emotionen spielen dabei eine Rolle - häufig kochen sie in den betroffenen Personen über. Wir wollen sie schäumen lassen, ihnen freien Lauf lassen in unseren Texten. Wir möchten dem Erwartungsdruck aus der Gesellschaft begegnen, dem „male Gaze“ entgegentreten.

Im weiteren Verlauf vom "Femtalk" soll deutlich werden, dass wir dem Publikum den intersektionalen Feminismus - fernab von Ausschluss, hin zur Inklusion und Akzeptanz. Hinzu kommen postmigrantische Blickwinkel, sowie die Geschichten querer Personen.

Die neue literarische Reihe soll helfen, niedrigschwellig feministischen Themen zu begegnen und erste Strategien gemeinsam zu entwickeln, um mehr Raum einzunehmen.

An diesem Abend legen wir gemeinsam mit dem Publikum den Fokus auf Dating aus der Sicht weiblich gelesener Personen- Wir stellen uns mit dem Publikum gemeinsam Fragen zu Annäherung und Anziehung:
Wie begegnen wir einander?
Was wünschen wir uns?

Die Autorinnen aus NRW setzen sich kreativ mit "Dating stories" auseinander. Das Publikum wird interaktiv mit einbezogen.

Autor*innen
Den Auftakt der Reihe gestalten drei Autor*innen aus NRW. Elsa Ruhrnau ist nach beruflicher Ausbildung zurückgekehrt in das Ruhrgebiet. Auf ihrem Weg ist Elsa steht begeistert von performativen Künsten. Neben Exkursen in das Schauspiel in Kooperation mit dem MiR Theater, wendet sie sich der Sporen Word Szene zu. Seit 2022 tritt Elsa regelmäßig auf Poetry Slams und Lesungen auf. Ihre Themen finden sowohl in Prosatexten Platz, sowie in lyrischen Texten. Ihre starke Bühnenpräsenz entfaltet sich vor allem in lyrischen Zeilen.

Dea Šinik engagiert sich seit 2011 aktiv im Kulturbetrieb Gelsenkirchens. Sie gründete den buerschen Poetry Slam „Poesieduell Ge“ und noch aktiver Teil der Moderation und Organisation. Aus der kreativen Arbeit ergaben sich diverse Kooperationen mit der Neuen Philharmonie Westfalen und dem Kunstmuseum Buer. In ihren Texten finden Themen wie Heimat, Identität und Selbstbestimmung einen Platz. Im Jahr 2022 wurde sie mit dem ersten Platz der Neuen literarischen Gesellschaft Recklinghausen während des literarischen Wettbewerbs Literatureule gekürt. Ihre Texte erschienen im Magazinen wie dem Türspion, sowie im KKL Magazin. 2013 kursierte sie die Anthologie „Pottpoesie“ im Westflügelverlag. In „Femtalk“ legt sie besonderen Wert auf die postmigrantische Erfahrungen.

kreative Texte - Gespräche mit dem Publikum - Performance

Gefördert von Interkultur Ruhr und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Veranstalter: Poesieduell Ge Buer, werkstatt e.V.

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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