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Es war Sommer, und ich wollte nach Westen, aber das Pferd blieb plötzlich stehen.

„So, getz is’ gut“, sagte Omma.

„Einmal noch!“, forderte ich.

Omma stöhnte, nahm aber ihr Portemonnaie aus der Handtasche und kramte noch mal zehn Pfennig hervor.

„Aber danach is’ Schluss!“

Sie steckte die Münze in den schwarzen Kasten neben dem Pferd, und mein Schimmel setzte sich wieder in Bewegung. Das hier war nur mein zweitliebstes Pferd. Lieber mochte ich das vor dem C&A oben am Husemannplatz. Das war schwarz und hatte auf den Seiten je einen roten, einen grünen und einen blauen Flecken. Der Sattel war mit glänzenden Nieten beschlagen und erinnerte mich an das Gewehr von Winnetou.

An diesem Tag aber waren wir nur bei Wertheim, und das Pferd dort war weiß. Die Steigbügel und der Sattel waren schwarz, und hatten zwar auch Nieten, aber ich fand, die glänzten nicht so schön wie die an dem anderen Sattel.

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von Frank Goosen

Aktuelle Veranstaltungen

Literatur und Musik

05. Dezember

2021

17:00 Uhr

Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten

Stella´s Morgenstern & Heinrich Heine feat. Frank London

Über die englischen Übersetzungen von Heinrich Heines Gedichten entdeckte die Gruppe Stella's Morgenstern den modernen und vielschichtigen Dichter.

Heinrich Heines Mischung aus Ästhetik, Ironie, Phantasie und Realität macht ihn bis heute zu einer bedeutenden europäischen Stimme. Die Musiker*innen verbanden die englische mit der deutschen Lyrik. Dabei entstanden sind neue Beautiful Songs mit der typischen Handschrift von Stella’s Morgenstern: Stimmungsvoll, abwechslungsreich und vielsaitig – Musik zum Träumen und zum Tanzen.

Anmeldung unter: rezeption@jmw-dorsten.de oder 02362 45279

Kooperation vom Jüdischen Museum Westfalen und dem Cornelia-Funke-Baumhaus

Veranstalter: Jüdisches Museum Westfalen, Cornelia Funke Baumhaus

Tickets: 12,-

Gespräch, Lesung

06. Dezember

2021

20:00 Uhr

Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, Am Schloß Broich 38, 45479 Mülheim an der Ruhr

Lena Gorelik „Wer wir sind“ – VERSCHOBEN

Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird.

St. Petersburg/Ludwigsburg 1992. Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles, was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und «die Fremde» ist. Ein Flüchtlingskind im selbstgeschneiderten Parka, das die Wörter so komisch ausspricht, dass andere lachen. Auch für die Eltern ist es schwer, im Sehnsuchtswesten wächst ihre russische Nostalgie; und die stolze Großmutter, die mal einen Betrieb leitete, ist hier einfach eine alte Frau ohne Sprache. Das erst fremde Deutsch kann dem Mädchen helfen – beim Erwachsenwerden, bei der Eroberung jenes erhofften Lebens. Aber die Vorstellungen, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr. Vor allem, als sie selbst eine Familie gründet und Entscheidungen treffen muss.
Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird.

Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Mit ihrem Debütroman «Meine weißen Nächte» (2004) wurde sie als Entdeckung gefeiert, mit «Hochzeit in Jerusalem» (2007) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Ihr Roman «Die Listensammlerin» (2013) wurde mit dem Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet. 2015 erschien «Null bis unendlich», der vielgelobte Roman «Mehr Schwarz als Lila» (2017) war für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. Lena Gorelik lebt mit ihrer Familie in München.

Moderation: Antje Deistler

Die Veranstaltung ist Teil der Programmreihe Das Problem heißt Rassismus!.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Reihe ist kostenlos. Wir bitten um Spenden für die Initiative 19. Februar: https://19feb-hanau.org/spende

Veranstalter: Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, Bahnhof Langendreer, Literaturbüro Ruhr

Autor*innentreffen, Buchvorstellung, Gespräch, Lesung

06. Dezember

2021

19:00 Uhr

LeseRaum, Am Handelshof 1, 45127 Essen (Eingang Akazienallee, links neben der Buchhandlung Proust)

Außer Konkurrenz – Die freie Szene hat das Wort: Ulrike Anna Bleier und Anja Liedtke

Lesung und Werkstattgespräch. Mit Ulrike Anna Bleier, Anja Liedtke, Wolfgang Cziesla, Andrea Ecker.

privat

Ulrike Anna Bleier und Anja Liedtke lesen aus ihren Romanen „Spukhafte Fernwirkung“ und „Ein Ich zu viel“. Anschließend findet ein Werkstattgespräch statt. Moderation: Wolfgang Cziesla und Andrea Ecker.

Über „Spukhafte Fernwirkung“ (Bleier): Die Welt hat keine Hauptfigur und keine Hierarchie der Ereignisse. Es kommt auf den Einzelnen an, dessen Bahnen und zufällige Begegnungen mal mehr, mal weniger auf das Weltgeschehen einwirken. Mehr als 200 Figuren treten auf und agieren miteinander. Ihre Wege kreuzen sich oder driften auseinander wie Parallelen auf einer gekrümmten Fläche. Erzählerin ist die Welt selbst. Sie ordnet nicht ein und bewertet nicht.

Über „Ein Ich zu viel“ (Liedtke): Ellinor hat das Gefühl, ihr Leben schon gelebt zu haben. Sie ist gescheitert, weil sie sich angepasst und nicht behauptet hat. Im zweiten Leben will sie alles richtig machen. Aber wie geht das? Der Roman geht der Frage nach, was es braucht, um sein Selbst und sein Menschsein zu entwickeln. Zugleich beleuchtet das Buch die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die nachfolgenden Generationen.

Die Lesereihe „Außer Konkurrenz – Die freie Szene hat das Wort“ möchte die Vielfalt der freien Szene im Ruhrgebiet widerspiegeln, die neben den literarischen Großereignissen und Festivals existiert. Sie soll literarisch Interessierten und Kreativen der verschiedensten Künste zu einem regelmäßigen Treffpunkt werden. Der Werkstattcharakter gehört zu den Leitideen.

Veranstalter: Freie Literaturszene Ruhr, Literaturstammtisch Essen, Literarische Gesellschaft Ruhr e. V.

Corona-Hinweis: Bei den einzelnen Veranstaltungen werden die jeweils geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen eingehalten. Bitte den 2G-Nachweis mitbringen.

Die Reihe wird gefördert von der Literarischen Gesellschaft Ruhr e. V.

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Freie Literaturszene Ruhr, Literaturstammtisch Essen, Literarische Gesellschaft Ruhr e. V.

Tickets: 0,00

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Der Dezemberwunsch: „Nie, nie, nie“ von Linn Strømsborg

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