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Es war Sommer, und ich wollte nach Westen, aber das Pferd blieb plötzlich stehen.

„So, getz is’ gut“, sagte Omma.

„Einmal noch!“, forderte ich.

Omma stöhnte, nahm aber ihr Portemonnaie aus der Handtasche und kramte noch mal zehn Pfennig hervor.

„Aber danach is’ Schluss!“

Sie steckte die Münze in den schwarzen Kasten neben dem Pferd, und mein Schimmel setzte sich wieder in Bewegung. Das hier war nur mein zweitliebstes Pferd. Lieber mochte ich das vor dem C&A oben am Husemannplatz. Das war schwarz und hatte auf den Seiten je einen roten, einen grünen und einen blauen Flecken. Der Sattel war mit glänzenden Nieten beschlagen und erinnerte mich an das Gewehr von Winnetou.

An diesem Tag aber waren wir nur bei Wertheim, und das Pferd dort war weiß. Die Steigbügel und der Sattel waren schwarz, und hatten zwar auch Nieten, aber ich fand, die glänzten nicht so schön wie die an dem anderen Sattel.

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von Frank Goosen

Aktuelle Veranstaltungen

Autor*innentreffen, digital, Diskussion, Gespräch, Lesung

14. Mai

2021

18:00 Uhr

Online

Aufprall – Lesung und Gespräch mit Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland

Über ihren Roman "Aufprall", dessen Figuren und die Form dieser kollektiven literarischen Reminiszenz an die achtziger Jahre, diskutiert das KWI mit den Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland.

Aufprall 14-05-21 KWI Plakat

KWI

Am Freitag, den 14. Mai findet von 18-19.30 Uhr eine Lesung und Diskussion mit den Autor*innen des Romans „Aufprall“ statt. Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland schildern darin die Hausbesetzer*innen-Szene im Westberlin der 80er Jahre. „Hier ist nichts frei erfunden. Die Geschehnisse nicht, der Ort nicht. Nur die Figuren, die auftreten, sind Mischfiguren, in denen wie im Traum die Züge verschiedener Gefährtinnen und Gefährten zusammengezogen sind. Die Fiktion ist wahr, und die Fakten stimmen.“ Über ihren Roman, dessen Figuren und die Form dieser kollektiven literarischen Reminiszenz an die achtziger Jahre, diskutieren wir mit ihnen im Rahmen der Workshop-Reihe zu „Literatur und Soziologie“.

Die Abendveranstaltung ist öffentlich und gratis. DIE VERANSTALTUNG WIRD LIVE ÜBER UNSEREN KWI YOUTUBE KANAL ÜBERTRAGEN.

ÜBER „AUFPRALL“ (HANSER 2020)
NO FUTURE: Unter dieser Parole besetzt eine Gruppe junger Leute Anfang der achtziger Jahre ein Haus in Kreuzberg. Politisch und künstlerisch aktiv, wollen sie dort ein Leben führen, das die Lügen der bundesdeutschen Gesellschaft hinter sich lässt. Euphorische Aufbruchsstimmung wechselt mit inneren Streitigkeiten unter der ständigen Bedrohung durch die Staatsgewalt. Ein Unfall verändert alles: Eine Besetzerin kommt ums Leben. Der Tod erschüttert die Rebellion.

Was sie hier erzählen, haben Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland so oder ähnlich erlebt. AUFPRALL spielt in einer Welt von Punk und Straßenschlachten, AIDS und Drogen, rauer Kunst und wilden Theorien, bloßem Sex und tiefer Zuneigung, zu einer Zeit, die keine Kompromisse kannte, erst recht nicht zwischen Frauen und Männern.

Als der New Wave die Energien in die Bars und Clubs lenkt fällt gleich hinter dem Haus die Mauer: Die Achtziger sind vorbei. In diesem großen, impulsiven Roman leben sie noch einmal auf.

ÜBER DIE REIHE „LITERATUR UND SOZIOLOGIE“
Das Verhältnis von Literatur, Soziologie und Literaturwissenschaften hat eine spannungsreiche Geschichte: Wer kann (oder darf) auf welche Weise über die Gesellschaft schreiben? Diese Frage wurde immer wieder neu ausgehandelt. Unsere Workshop-Reihe zielt darauf ab, diese Beziehung in ihrer Entwicklung und im Hinblick auf gemeinsame Frage- und Problemstellungen genauer auszuloten.

AUTORINNEN-KÜNSTLERKOLLEKTIV BudeMunkWieland
Heinz Bude, Soziologe an der Universität Kassel
Bettina Munk, Künstlerin
Karin Wieland, Schriftstellerin

MODERATION
Julika Griem, Direktorin des KWI

LIVESTREAM
Die Abendveranstaltung ist öffentlich und gratis. Die Veranstaltung wird live über unseren KWI YouTube Kanal übertragen.

PRESSEKONTAKT
Helena Rose & Miriam Wienhold
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 201 183-8106
Fax: +49 201 183-8231
E-Mail: presse@kwi-nrw.de

Veranstalter: Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sowie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Tickets: kostenlos

Buchvorstellung, Festival, Gespräch, Lesung

18. Mai

2021

19:30 Uhr

Nicolaihaus, Nicolaistraße 3, 59423 Unna

Lesung von Sandra Gugic: Zorn und Stille

Sandra Gugic ist eine österreichische Autorin serbischer Herkunft. Ihr Roman erzählt von der Fotografin Billy Bana, eine moderne Nomadin und ein rastloser Freigeist.

Sandra Gugic

Sandra Gugic, Foto: Dirk Skiba

Sandra Gugic ist eine österreichische Autorin serbischer Herkunft. Ihr Roman "Zorn und Stille" erzählt von der Fotografin Billy Bana, eine moderne Nomadin und ein rastloser Freigeist. In einem anderen Leben war sie Biljana Banadinovic, die als Gastarbeiterkind in Wien aufwuchs. Aber mit dieser Identität und ihrer Familie hat sie früh gebrochen und von da an immer wieder alles und jeden hinter sich gelassen. Als Billy die Nachricht vom Tod ihres Vaters erreicht, holt die Vergangenheit sie wieder ein, kommen verdrängte Fragen und alte Schuldgefühle zurück. Allen voran: Wie konnte ihr Bruder bloß spurlos verschwinden? Und was für ein Leben hatten ihre Eltern sich erträumt, als sie Jugoslawien verließen? Ein Familienroman über Freiheit und Verantwortung, Liebe und Verlust, Herkunft und Selbstbestimmung.

Eine Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen - literaturfestival [lila we:] 2021, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die LWL-Kulturstiftung und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Infos & Kontakt: Tel. (02303) 96 38 50, post@wlb.de
Anmeldung: Tel. (02303) 96 38 50, info@wlb.de

Veranstalter: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.

Tickets: Den Eintrittspreis bestimmen die Besucher*innen selbst.

20. Mai

2021

19:30 Uhr

Studio B - ONLINE auf dem YouTube-Kanal der Stadt- und Landesbibliothek

Buchpremiere: Marianne Brentzel “Rathaussturm“

Ein Bericht über eine radikale Protestbewegung und ihre juristischen Folgen in der alten Bundesrepublik.

Am 10. April 1973 wurde das Bonner Rathaus für kurze Zeit besetzt. Rote Fahnen hingen aus den Fenstern des historischen Rathauses.
Was war der Anlass?
Anfang 1973 war bekannt geworden, dass der südvietnamesische Präsident Thieu in Deutschland empfangen würde. Das sahen einige Gruppierungen, die aus der Studentenbewegung hervorgegangen waren, als ihre große Chance, sehr viel mehr Menschen als bisher für eine kämpferische Solidaritätsaktion für das vietnamesische Volk zu gewinnen. Nguyen Van Thieu galt als der Lakai der USA, der mit Folter und Unterdrückung das Volk vom Kampf gegen die USA abhielt.
Ein winziger Kreis um Christian Semler und Jürgen Horlemann von der sich KPD nennenden Partei hatte die spektakuläre Aktion detailliert geplant, zusammen mit einer öffentlichen Demonstration auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, exakt zu dem Zeitpunkt des Empfangs von Thieu bei Bundespräsident Heinemann.
Ein Bericht über eine radikale Protestbewegung und ihre juristischen Folgen in der alten Bundesrepublik.

Die ausgiebigen Recherchearbeiten wurden von Hugo Brentzel, dem verstorbenen Ehemann der Autorin geleistet. Marianne Brentzel hat aufgeschrieben, ausgedacht und zu Ende geführt.

Veranstalter: Eine Kooperationsveranstaltung des Kulturbüros, der VHS und der Stadt- und Landesbibliothek

Tickets: 3,00€

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Das ist der Mai: Susanne Bohne und „Das schräge Haus“

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