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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Kinder- und Jugendbuch

15. September

2026

16:00 Uhr

Lebendige Bibliothek, Böckenhoffstr. 12a, 46236 Bottrop

Vorlesestunde in gemütlicher Runde

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Grafik: Lebendige Bibliothek

Ehrenamtliche Vorlesepaten lesen Kindern ab 3 Jahren lustige und spannende Geschichten vor. Dadurch wird der Wortschatz erweitert, die Fantasie beflügelt und die Neugier geweckt.

Veranstalter: Lebendige Bibliothek Bottrop

Tickets in €: frei

Festival, Leseshow

15. September

2026

19:00 Uhr

Stadtbibliothek Recklinghausen, Augustinessenstr. 3, 45657 Recklinghausen

Literaturtage Recklinghausen: „Jane Austen und ihre Männer“ mit Anja Rützel und Annika Brockschmidt

Zum 250. Geburtstag von Jane Austen nehmen Anja Rützel und Annika Brockschmidt Austens Männerfiguren feministisch unter die Lupe – klug, witzig und überraschend aktuell.

Anja Rützel, Annika Brockschmidt, Foto: privat

Am 250. Geburtstag von Jane Austen nehmen Anja Rützel und Annika Brockschmidt, beide „Janeites“ seit Jugendzeiten, die Männer in Jane Austens Romanen unter die feministische Lupe.
Mr. Darcy, Mr. Knightley und Captain Wentworth sind charmant, kompliziert, manchmal erstaunlich modern, manchmal erstaunlich problematisch. Wie fortschrittlich – und wie toxisch – sind diese Herren aus heutiger Sicht? Dabei geht es nicht nur um Romantik, sondern auch um ihre ökonomischen Grundlagen: Wer liebt hier wen – und zu welchem Preis? Und was verraten diese Liebesgeschichten über weibliche Autonomie in einer Welt, in der Heirat oft der einzige Weg zur Lebensabsicherung war? Austens Erzählton, ihr subversiver Witz und ihre Ironie stehen dabei im Mittelpunkt: Sie schreibt über Männer, aber nicht zu ihren Gunsten, und demontiert mit feinem Spott männliche Selbstgewissheit, lange bevor das
ganze Elend mit dem leidigen Patriarchat als solches benannt wurde.

Ein Abend über Liebe, Macht, Geld und die erstaunliche Modernität einer Autorin, die schon vor einem Vierteljahrtausend wusste, dass Humor die schärfste Form von Analyse ist.

Anja Rützel schreibt für den SPIEGEL über Trash-TV und Pop. 2020 erschien bei KiWi „Schlafende Hunde – Berühmte Menschen und ihre Haustiere“.

Annika Brockschmidt veröffentlichte 2024 bei Rowohlt „Die Brandstifter – Wie Extremisten die Republikanische Partei übernahmen“. Gemeinsam hosten sie „Der Bätchcast“, den Podcast über das TV-Phänomen „Bachelor“.

Veranstalter: Stadtbibliothek Recklinghausen, Literaturtage Recklinghausen 2026

Tickets in €: 10,-

Lesung

15. September

2026

20:00 Uhr

Zentralbibliothek Duisburg, Steinsche Gasse 26, 47051 Duisburg

Ronald Reng „Der deutsche Sommer“

Mehr als nur Sport: Ronald Reng erzählt den WM-Sommer 2006, der Deutschland veränderte, mit zahlreichen O-Tönen und überraschenden Hintergrundgeschichten.

Ronald Reng, Foto: Peter von Felbert

2006: Die Fußball-WM fand in Deutschland statt, Millionen Menschen aus der ganzen Welt waren zu Gast und eine Leichtigkeit, wie sie nur ein Sommer hervorbringen kann, erfasste das Land. Die Deutschen, die zuvor Hemmungen im Umgang mit Nationalsymbolen gezeigt hatten, malten sich die Nationalfarben auf die Wangen, Immigranten schwenkten zum ersten Mal im Leben die deutsche Fahne und internationale Umfragen erklärten Deutschland zum coolsten Land der Welt. Heute leben wir in einem anderen Land. Ronald Reng schildert die Zeit der Leichtigkeit und fragt, ob so ein Hochgefühl heute noch möglich ist.

Ronald Reng, 1970 in Frankfurt am Main geboren, machte sich als Autor von erzählerischen Sachbüchern und als Sportreporter einen Namen. Sein Werk über den vergeblichen Kampf des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke gegen die Depressionen war ein internationaler Bestseller.

Veranstalter: Stadtbibliothek Duisburg, Verein für Literatur Duisburg

Tickets in €: AK € 10,- / VVK € 8,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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