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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung

21. Mai

2026

19:30 Uhr

Buchladen Hilberath und Lange, Düsseldorfer Str. 111, 45481 Mülheim

Jacqueline Kornmüller „6 aus 49“

Bayern, 1920: Lina darf bei ihrer ersten Anstellung in der Küche nur den Abwasch machen, doch ein Zufall verhilft ihr zu einem eigenen Hotel, mit dem schicksalsschwere Jahre auf sie zukommen.

Jacqueline Kornmüller, Foto: Vadim Belokov

Jacqueline Kornmüller verwandelt die Erinnerung an ihre Großmutter in Literatur. Sie erzählt die Geschichte einer starken, unbeugsamen Frau, die das Glück selbst in die Hand nimmt.

Bayern in den 1920er Jahren. Bei ihrer ersten Anstellung darf Lina in der Küche nur die Kupferkessel waschen. Doch bald wendet sich das Blatt, durch eine Hintertür betritt sie die Bühne des Clausings, Lieblingshotel der Ufa im Luftkurort Garmisch. Das Kommen und Gehen der Gäste, das Empfangen, das Wünsche erfüllen, all das versteht Lina als Chance, ihrer Realität zu entkommen. Und schon bald verhilft ein Zufall ihr zu einem eigenen Hotel. Es kommen arbeitsreiche, schicksalsschwere Jahre. Aber wenn Lina auf der Veranda der Amalie ihre Lottoscheine ausfüllt, steckt sie alle an, mit ihrem unbedingten Glauben an das Glück.

Jacqueline Kornmüller ist Regisseurin, Schauspielerin und Autorin. Sie lebt und arbeitet in Wien, ihre Musiktheater-Inszenierungen werden von Kritik und Publikum geliebt und gefeiert. Mit ihrer Novelle „Das Haus verlassen“, die in Kat Menschiks Reihe der Lieblingsbücher erschien, gelang Jacqueline Kornmüller ein erster literarischer Erfolg als Autorin.

Veranstalter: Buchladen Hilberath und Lange

Tickets in €: 15,-

Buchvorstellung, Gespräch

21. Mai

2026

19:30 Uhr

readymade.books, Bochumer Str. 108, 45886 Gelsenkirchen

Morten Paul „Was war Faschismustheorie?“

Der Faschismus ist zurück – und mit ihm die Frage, wie wir ihn verstehen und bekämpfen können. Gespräch mit Morten Paul und Mona Leinung. Moderation: Lukas Hermann.

Der Faschismus ist zurück – und mit ihm die Frage, wie wir ihn verstehen und bekämpfen können. Das Buch nimmt sich dieser Frage auf besondere Weise an. Herausgeber Morten Paul und Mona Leinung stellen es im Gespräch mit Lukas Hermann vor.

Karten reservieren: hallo@readymadebooks.de

Veranstalter: readymade.books

Tickets in €: 5,- / frei (Schüler*innen/Student*innen)

Lesung und Gespräch, Literatur und Musik

21. Mai

2026

19:30 Uhr

literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Wilde Pflanzen und Retro-Platten

Mo Röttgen und Wolfgang Kienast verbindet ihre Leidenschaft für Wildkräuter: Zu querbeet ausgewählten Musikstücken liest Mo Röttgen aus ihren ausdrucksstarken Kraut-Essays.

Mo Röttgen, Wolfgang Kienast, Foto: Magnus Terhorst

Podcasterin Mo Röttgen von „Kraut im Ohr. Dein Wildkräuterpodcast“ und Wildkräuter-Kenner Wolfgang Kienast von „stadtwildkraut“ sprechen über die wunderbare Welt der essbaren, spontanen urbanen Vegetation.
Unterhaltsam, informativ, bisweilen auch satirisch berichten sie dabei aus Küche und Kulturgeschichte, erzählen von Heilkraft und Legenden und streifen dabei Politisches ebenso wie Alltägliches.

Mo und Wolfgang verbindet ihre Leidenschaft für Brennnessel, Breitwegerich, Giersch und Co.; sie entdecken die Vegetation in der Stadt zwischen Gullydeckeln und Mauerritzen ganz neu. Sie schreibt darüber ausdrucksstarke Kraut-Essays und er textet seit 16 Jahren die beliebten Wildkräuterkolumnen für „bodo“, das Straßenmagazin für Bochum, Dortmund und Umgebung.

Wolfgang legt zur Lesung die dazu passenden Schallplatten auf. Das klingt mal sanft, mal schräg, ist manchmal Pop und manchmal klassisch. Schließlich ist er nicht zuletzt ein DJ und besitzt die vielleicht größte Sammlung seltener deutschsprachiger Vinyl-Schätzchen, welche nichts Geringeres als die wilden Kräuter zum Thema haben.

Auch 2026 wird im Literaturhaus Dortmund die Reihe der beliebten Lese-Abende rund um Wilde Pflanzen und Retro-Platten fortgesetzt.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund

Tickets in €: 5 € | frei (erm.)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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