wir
strei
–ten

Morgengrauen

Hinterm Haus
rumpelt die Zechenbahn
durch meine Kindheit
bringt Kohle zum Kanal
die Männer der Frühschicht
zum Schacht

Hinterm Pütt
fahren paar Bergleute
den schwarzen Weg
auf ihren Rädern
die andere Richtung
aus der Nacht

Henkelmann und Kaffeepulle
unterm Arm kommen welche
zu Fuß den Bahndamm entlang
hinterm Haus
steigt warm und rot
die Morgensonne auf

ich werde draußen spielen

von Gerd Puls

Aktuelle Veranstaltungen

Buchvorstellung, Lesung, Lesung und Gespräch

24. April

2026

19:30 Uhr

domicil, Hansastraße 7-11, 44137 Dortmund

Lutz van der Horst „Konfetti-Blues: Ein Liebesroman“

Comedian Lutz van der Horst geht im Gespräch mit Thilo Gosejohann, einem seiner besten Freunde aus der Comedy- und Fernsehbranche, den tiefgreifenden Fragen des Lebens auf den Grund.

Lutz van der Horst, Foto: Manfred Jasmund

Für Zyniker, Romantiker, Komiker und alle dazwischen kommt hier der vielleicht witzigste Roman über das Scheitern - der Humor von Lutz van der Horst trifft auf eine Liebesgeschichte mit Nick-Hornby-Vibes:
Max, Ende 20 und Comedyautor, sieht sich am Anfang einer steilen Karriere: Er ist der Moderator seiner eigenen Show – zumindest dreimal. Dann erfährt er aus der Fernsehzeitschrift, dass sie wieder abgesetzt wurde. Der hübsche Typ aus dem Club, die vermeintlich neue größte Liebe seines Lebens, will auch nichts mehr von ihm wissen. Und möchte Max nicht eigentlich sowieso seine Exfreundin zurück? Sein Weg auf die große Bühne und zur großen Liebe ist gepflastert mit Fettnäpfchen, peinlicher Stille nach dem Witz, Liebeskummer und Enttäuschungen – und der Frage, ob es am Ende ein Happy End für Max geben kann oder sein Leben doch für immer die unlustigste Show der Welt bleibt.

Freuen Sie sich auf eine Lesung voller Witz und Tiefgang. Comedian und »heute-show«- Außenreporter Lutz van der Horst geht im Gespräch mit einem seiner besten Freunde aus der Comedy und Fernseh-Branche – Thilo Gosejohann – den tiefgreifenden Fragen des Lebens auf den Grund und klärt nicht zuletzt: wie viel vom wahren Lutz van der Horst steckt eigentlich in diesem Buch?

Nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit mit dem Autor ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich ein handsigniertes Buchexemplar zu sichern.

Moderation: Thilo Gosejohann

Veranstalter: literaturhaus.dortmund, LiteraturAufRuhr Festival

Tickets in €: ab € 16,-

Lesung und Gespräch

24. April

2026

19:30 Uhr

LeseRaum in der Akazienallee, Am Handelshof 1, 45127 Essen

Peter Keup „Wie aus Opfern Täter wurden“

Der Historiker Peter Keup auf den Spuren der eigenen Geschichte vor dem Hintergrund der Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und deren Langzeitfolgen bis heute.

Peter Keup, Foto: Alesch Mühlbauer

Im Rahmen von "Snowdance. Independent Film Festival" konnte man Anfang Februar in Essen den Dokumentarfilm "The Spies Among Us" sehen (er hat beim Festival den Preis für die beste Regie gewonnen). Der Film basiert auf der Recherche des Historikers Peter Keup nach Spuren zu seiner eigenen Geschichte. Das zugrunde liegende Buch, seine Dissertation beleuchtet die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und deren Langzeitfolgen bis heute.

Als Turniertänzer versucht Peter Keup, aus der DDR zu fliehen. Er wird gefasst, kommt ins Gefängnis und später in den Westen – aber die Fragen lassen ihn nicht los. Mit dem Ende des SED-Regimes wurde auf der Grundlage einer Täter-Opfer-Dichotomie auf der einen Seite der gigantische MfS-Überwachungs- und Verfolgungsapparat untersucht, auf der anderen das Leid der Betroffenen in den Blick genommen. Versuche einer Opfer-Täter-Begegnung mit dem Ziel einer Annäherung oder gar Versöhnung scheiterten. Peter Keup setzt sich intensiv mit der eigenen Familie auseinander, nachdem er beim Blick in die Stasi-Akten dort den eigenen Bruder als Quelle findet.

Klar ist, dass jede Einteilung in Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse, Opfer oder Täter Zwischenschattierungen außer Acht lässt. Hat sich durch den Film etwas geändert? Peter Keup stellt sein Buch und seine Geschichte vor.

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V.

Tickets in €: 15,- / € 10,- (erm.)

Lesung und Gespräch

24. April

2026

19:00 Uhr

Gdanska Theater, Gutenbergstr. 8, 46045 Oberhausen

Ursula Krechel „Sehr geehrte Frau Ministerin“

Ursula Krechel schreibt in ihrem hoch politischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen: Die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die Frauen zugemutet wird.

Ursula Krechel, Foto: Amrei-Marie

Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit einer Sprachkraft, die Staunen macht, erzählt die preisgekrönte Schriftstellerin Ursula Krechel von symbiotischer Mutterschaft, von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt.
Mit seiner Mutter sprechen zu müssen, ist für den Sohn von Eva Patarak ein Staatsverbrechen. Für Eva hingegen ist es ein Verbrechen, dass ihr Sohn und sie offenbar ausspioniert werden. Welches Ziel verfolgt die Lateinlehrerin Silke Aschauer mit ihrer Observation? Will sie etwa einen Roman schreiben? Bieten die grausamen Familienverhältnisse der Antike, die sie für den Unterricht aufbereitet, nicht ausreichend Stoff für Faszination? Fest steht nur: Silke hält längst nicht alle Fäden in der Hand, denn ihr eigener Körper hat einen blutigen Aufstand gegen sie angezettelt, der sie in die Rolle der Patientin zwingt. In ihrer Ohnmacht wenden sich beide Frauen an die Justizministerin – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie die Staatsvertreterin damit bringen.
Ursula Krechel schreibt in ihrem hoch politischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen – von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird.

Kurze Einblicke in das Leben mehrerer Protagonistinnen, deren Geschichten sich begegnen und auch unglücklich verzweigen, werden zu einer komplexen Handlungsstruktur verwoben. Es geht um Unverständnis gegenüber und Gewalt gegen Frauen und um unvorhergesehene Auswirkungen verzweifelter Handlungen. Durch die sprachlichen und literarischen Besonderheiten des Erzählens ist ein anspruchsvoller Roman entstanden, der eine Kulturgeschichte aller Frauen beschreiben soll.

Ursula Krechel ist 1947 in Trier geboren und lebt heute in Berlin. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und der Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten, veröffentlicht sie seit 1977 ihre Werke, die vielfach prämiert sind. Für den Roman „Landgericht“ erhielt sie 2012 den Deutschen Buchpreis. 2025 erhielt sie den Georg-Büchner-Preis.

Veranstalter: Literaturhaus Oberhausen

Tickets in €: 10,- / € 5,- (erm.)

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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