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reden

Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Leseshow

19. Februar

2026

19:00 Uhr

Pfarrzentrum St. Laurentius, Lina-Schäfer-Straße 14, 44379 Dortmund

Shakespeare to go – Theater-Streifzug mit Markus Veith

Markus Veith lädt zu einem leichtfüßigen Streifzug durch die bekanntesten Komödien und Dramen des großen Dichters William Shakespeare ein und stellt verschiedene bekannte Figuren vor.

Markus Veith, Foto: Josephine Hüttig

William Shakespeare ist einer der größten Dichter aller Zeiten. Seine Theaterstücke werden seit vier Jahrhunderten auf den Bühnen der Welt am häufigsten gespielt. Europas Literatur und Theater der Neuzeit wären ohne ihn kaum denkbar.
Markus Veith, der Narr, der immer wieder und in mancherlei Gestalt in Shakespeares Stücken auftaucht, kennt sich in der Welt des Theaters bestens aus. Er lädt sein Publikum ein zu einem leichtfüßigen Streifzug durch die bekanntesten Komödien und Dramen des großen Dichters. Im Laufe des Abends stellt er verschiedene Figuren vor und spielt seine gewitzten Possen mit ihnen. Wieviel Sherry verträgt Falstaff? Wieso spricht man den Namen des Schotten Mc…besser nicht laut aus? Wieso war Julia ein Mann? Und wie entstand eigentlich die Zeile „Sein oder nicht sein“? Das sind hier die Fragen, auf die der Narr Antwort weiß.

Markus Veith arbeitet seit 1997 als freischaffender Schauspieler und Autor. Derzeit ist er regelmäßig in verschiedenen Ensembleproduktionen zu sehen, vor allem aber in seinen erfolgreichen Solostücken. Als Autor hält er regelmäßig Lesungen, produziert Hörbücher und Hörspiele und wurde mit mehreren Preisen und Nominierungen geehrt.

Veranstalter: Melange e.V., Literaturbüro in Unna e.V.

Tickets in €: 15,-

Leseshow

19. Februar

2026

20:00 Uhr

KleinkunstBühne Meiderich e.V.,Westender Str. 30-32, 47138 Duisburg

Frank Goosen „Lovely Rita“

In seinem neuen Roman geht Frank Goosen in die Kneipe. Genauer gesagt ins „Haus Himmelreich“, die alte Eckkneipe, in der sich Geschichten und Schicksale kreuzen.

Frank Goosen, Foto: Maria Wolf, Bearbeitung: P. Frey / dortmund-beach.com

In seinem neuen Roman geht Frank Goosen in die Kneipe. Genauer gesagt ins „Haus Himmelreich“, die alte Eckkneipe, in der sich Geschichten und Schicksale kreuzen: Da ist das Tresencockpit mit dem Käpt’n, dem Langen und Willi Trommer, Typen, die schon seit Urzeiten hier sitzen. Da sind Gisela, die Kunstzapferin, die Wacholder-Anni mit Gottes Werkzeugkasten, Faris, der Comedian, Harry, der alte Sozialdemokrat, Carlo, der aussieht wie Cat Stevens oder auch die Gräfin, die die ganze Welt gesehen hat, aber manchmal in einem alten Song lebt. Vor allem aber ist da Rita Urbaniak, Lovely Rita, die Wirtin, die eigentlich mal was ganz anderes machen wollte, der aber dann das Leben dazwischenkam. Und ihre Schwester Chris, im Krieg geboren, die immer in der ganzen Welt unterwegs war, auf der Suche nach dem, was man so leichthin das Glück nennt.
Zwischen Herrengedeck und Weibergruppe wird vor dem Antrinken geerdet, es heißt zahlen und freundlich sein, und zwei Sechsen auch im zweiten Wurf zu einer Eins umdrehen, das geht beim Knobeln nur am Gründonnerstag.
In „Lovely Rita“ erzählt Frank Goosen gewohnt humorvoll und warmherzig über ein aussterbendes Biotop, die Kneipe.
Und ist es nicht absurd, dass die Schaumkrone auf einem Pils „Blume“ heißt, das Glas aber „Tulpe?“

Karten können an der Abendkasse erworben oder über unsere Mailadresse vorbestellt werden: karten@kleinkunstbuehne-meiderich.de

Veranstalter: KleinkunstBühne Meiderich e.V.

Tickets in €: 22,- / € 19,- (Mitglieder)

Buchvorstellung, Lesung, Lesung und Gespräch

19. Februar

2026

19:30 Uhr

Rohrmeisterei Schwerte, Ruhrstraße 20, 58239 Schwerte

Julia Finkernagel „Ostwärts – oder wie man mit den Händen Suppe isst, ohne sich nachher umziehen zu müssen“

Die aus der erfolgreichen Reisereportage-Serie OSTWÄRTS bekannte Filmemacherin und Buchautorin Julia Finkernagel liest aus ihrem Buch und erzählt von ihren Reisen durch den Osten.

Julia Finkernagel, Foto: Julia Finkernagel

Launige Lehnstuhlreise mit Hindernissen: Die aus der erfolgreichen Reisereportage-Serie OSTWÄRTS bekannte Filmemacherin und Buchautorin Julia Finkernagel kommt nach Schwerte! In der Rohrmeisterei erzählt die Journalistin von ihren oft ungeplanten Begegnungen während der Dreharbeiten. Sie bringt Filmausschnitte mit, zeigt Bilder und liest Passagen aus ihrem Spiegel-Bestseller „Ostwärts – oder wie man mit den Händen Suppe isst, ohne sich nachher umziehen zu müssen“.

Gewitzt und geistreich berichtet sie von den kleineren (und größeren) Katastrophen on tour und gibt Einblicke hinter die Kulissen der Dreharbeiten: Was bedeutet georgische Gastfreundschaft für die Leber? Wie ist es, in Rumänien fast von Peter Maffay überfahren zu werden, oder im Kaukasus mit einem furchteinflößenden Kosaken zu zelten? Julia klärt auf, was die Nomadenfrau in der Jurte alles noch vor Tagesanbruch zu tun hat und warum es hilfreich ist, sich darüber gar nicht erst zu beschweren. Unvergessen bleiben an diesem Abend nicht nur das Abschiedsgeschenk der Nomaden, die Julia als Zeichen der Freundschaft einen Ziegenkopf mitgeben möchten, sondern viele andere komische Situationen, die es (aus Gründen) nicht ins Fernsehen geschafft haben.

Und natürlich signiert Julia Finkernagel auch. Vor kurzem ist ihr drittes Buch „Reisefieber“ erschienen.

Veranstalter: Bürgerstiftung Rohrmeisterei

Tickets in €: 22,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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