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Aussichten

Wenn die Stadt, wenn ein Viertel, wenn ein Haus die Reflexion unserer Sehnsucht ist, was erzählt dann die Stadt, das Viertel, das Haus über uns? Was erzählt die Tatsache, dass eine Familie in der zwanzigsten Etage eines Hochhauses, der höchsten Etage, wohnt und über das Viertel blickt, zum Beispiel bis nach Moers, in der Ferne das rote Sparkassenemblem in der Dämmerung leuchten sieht, die orangene Schrift von Hornbach, die rauchenden Schlote? Aber auch viele Lichter, man könnte sagen: “It looks like the stars have been scattered across the ground. Have you ever seen anything so full of splendor?“
Wenn man eine Fotografie dieser Aussicht, sagen wir, auf Instagram posten würde, wüsste niemand, dass es sich um eine Aussicht auf Moers handelt, von, sagen wir, Homberg aus gesehen. Und wenn man von Moers Richtung Homberg fährt und auf das Haus schaut, wird man die Frage, warum die Menschen dort wohnen, kaum beantworten können, weil man nicht sieht, was die Bewohner*innen sehen. Weil der Blick auf die Welt sich nicht in den Fensterscheiben spiegelt.

von Karosh Taha

Aktuelle Veranstaltungen

Literatour 100

07. August

2021

15:00 Uhr

werkstatt, Hagenstr. 34, 45894 Gelsenkirchen

Literatour 100 – Lina Atfah: Das Buch von der fehlenden Ankunft

- wg. Erkrankung abgesagt -

Lina Atfah, Foto: Osman Yousufi

Lina Atfah, Foto: Osman Yousufi

Lina Atfahs Gedichte gleichen einem traumwandlerischen Tanz auf einer Rasierklinge: Hier Verse, die in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse ihren Fokus auf die zerrissene Heimat Syrien richten, auf Flucht, Vertreibung und Verbrechen. Dort sinnliche Gedichte, die vollgesogen sind von allerlei arabischen Mythen und Geschichten. Und über alldem: eine junge poetische Stimme, die in ihrem Anspielungsreichtum ihresgleichen sucht.

Lina Atfah ist Lyrikerin und Schriftstellerin. 2019 erschien ihr erstes Buch in Deutschland, der Gedichtband »Das Buch von der fehlenden Ankunft«, in einer zweisprachigen Ausgabe auf Arabisch und Deutsch. Für dieses Buch wurde Lina Atfah mit dem LiBeraturpreis 2020 ausgezeichnet.

Moderation: Bozena Badura (Das Debüt)

Beginn: 15 Uhr
Einlass: 14:30 Uhr

Reservierung über info@werkstatt-ev.de
Zu beachten sind die am Veranstaltungstaltungstag gültigen allgemeinen Hygieneauflagen

Veranstalter: werkstatt

Tickets: 8,- / 5,- (erm.)

Literatour 100

07. August

2021

19:00 Uhr

Kulturzentrum Grend, Westfalenstr. 311, 45276 Essen

Literatour 100 – Lina Atfah: Das Buch von der fehlenden Ankunft

- wg. Erkrankung abgesagt -

Lina Atfah, Foto: Osman Yousufi

Lina Atfah, Foto: Osman Yousufi

Lina Atfahs Gedichte gleichen einem traumwandlerischen Tanz auf einer Rasierklinge: Hier Verse, die in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse ihren Fokus auf die zerrissene Heimat Syrien richten, auf Flucht, Vertreibung und Verbrechen. Dort sinnliche Gedichte, die vollgesogen sind von allerlei arabischen Mythen und Geschichten. Und über alldem: eine junge poetische Stimme, die in ihrem Anspielungsreichtum ihresgleichen sucht.

Lina Atfah ist Lyrikerin und Schriftstellerin. 2019 erschien ihr erstes Buch in Deutschland, der Gedichtband »Das Buch von der fehlenden Ankunft«, in einer zweisprachigen Ausgabe auf Arabisch und Deutsch. Für dieses Buch wurde Lina Atfah mit dem LiBeraturpreis 2020 ausgezeichnet.

Moderation: Bozena Badura (Das Debüt)

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 18 Uhr
Eintritt frei bzw. auf freiwilliger Basis, ggf. Anmeldung zur Veranstaltung mit Kontaktdaten (Name, Vorname, Wohnort, mail/Telefon) an literatuerk@grend.de.
Kontaktnachverfolgung und begrenzte Teilnehmerzahl

Eine Kooperation von Literatürk-Festival/Kulturzentrum Grend e. V., Theater Freudenhaus im Grend/Kulturzentrum Grend

Veranstalter: Literatürk-Festival, Kulturzentrum Grend e. V.

Tickets: Eintritt frei

Literatour 100

07. August

2021

17:00 Uhr

werkstatt, Hagenstr. 34, 45894 Gelsenkirchen

Literatour 100 – Anna Mayr: Die Elenden

Als Kind zweier Langzeitarbeitsloser kennt Anna Mayr die Vorurteile gegenüber Arbeitslosen. In ihrem kämpferischen, thesenstarken Buch zeigt sie, warum wir die Geschichte der Arbeit neu denken müssen.

Anna Mayr, Foto: Anna Tiessen

Anna Mayr, Foto: Anna Tiessen

Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass das Leben auf Hartz IV mit Geldsorgen verbunden ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben. Heute weiß sie, dass unsere Gesellschaft Menschen wie sie braucht: als drohendes Bild des Elends, damit alle anderen wissen, dass sie das Richtige tun, nämlich arbeiten. In ihrem kämpferischen, thesenstarken Buch zeigt Mayr, warum wir die Geschichte der Arbeit neu denken müssen: als Geschichte der Arbeitslosigkeit. Und wie eine Welt aussehen könnte, in der wir die Elenden nicht mehr brauchen, um unseren Leben Sinn zu geben.

Anna Mayr, geboren im Ruhrgebiet, studierte Geografie und Literatur, schrieb für eine Boulevardzeitung, arbeitete als Deutschlehrerin. Mit dem Team von Correctiv war sie 2018 für den Nannenpreis und den Reporterpreis nominiert. Heute ist sie Redakteurin im Politik-Ressort der ZEIT. Für »Die Elenden« wurde die Autorin mit dem Salon5 Buchpreis ausgezeichnet.

Beginn: 17 Uhr
Einlass: 16:30 Uhr

Reservierung über info@werkstatt-ev.de
Zu beachten sind die am Veranstaltungstaltungstag gültigen allgemeinen Hygieneauflagen

Veranstalter: werkstatt e. V.

Tickets: 8,- / 5,- (erm.)

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