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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Bild und Text, Poetry Slam, Schreibwerkstatt

13. Juni

2026

15:00 Uhr

Fritz-Henßler-Haus, Raum 112, Geschwister-Scholl-Str. 33–37, 44135 Dortmund

Offener Schreibtisch mit dem WoW Slam-Kollektiv

Im Herzen Dortmunds trifft sich der Stammtisch für Schreibende ab 12 Jahren im Ruhrgebiet! Hier begegnen sich angehende Slam Poet*innen, stille Dichter*innen und zukünftige Comedians.

Im Herzen Dortmunds trifft sich der Stammtisch für Schreibende im Ruhrgebiet!

Bei der offenen Schreibwerkstatt begegnen sich jeden 2. Samstag im Monat (außer in den Schulferien) ab 15 Uhr angehende Slam Poet*innen, stille Dichter*innen und zukünftige Comedians. Unter der Leitung des WoW Slam-Kollektivs und einem weiteren monatlich wechselnden Schreibprofi wird unter Anleitung Inspiration gesammelt, geschrieben und performt. Ab 17 Uhr bleibt noch Zeit, um sich auszutauschen und sich zu connecten. Komm gerne einfach vorbei und bring deine Texte und/oder Ideen mit!

Damit wir besser planen können, meldet euch bitte vorher per E-Mail an: info@wow-slam.de

Veranstalter: Jugendamt der Stadt Dortmund, WoW Poetry Slam

Tickets in €: frei

Literatur und Musik

13. Juni

2026

19:00 Uhr

readymade.books, Bochumer Str. 108, 45886 Gelsenkirchen

Ausstellungseröffnung: Queer Series

Zwei Stimmen suchen Klang/Sprachen: Miedya Mahmod schreibt und performt Texte, die sich weiterformulieren. Lukas Hermann bewegt sich mit Live-Kompositionen zwischen Melodie und Rauschen.

Was bedeutet es, queer zu sein? Wie können wir es zeigen, erleben und erfahren? Mit einem über mehrere Jahre laufenden Bildprojekt geht Alina Weber dieser Frage fotografisch nach und portraitiert und interviewt dafür Menschen, um sich darüber auszutauschen und zu vermitteln, was Queerness für sie bedeutet. Ab dem 13. Juni 2026 ist die Fotoserie erstmals als umfängliche Ausstellung im irgendDorf zu den Öffnungszeiten von readymade zu sehen.

Alina Weber (*1996), seit 2022 in Bochum wohnhaft, studiert Gender Studies im Master, arbeitet für Projekte in der Jugendbildung, spielt Schlagzeug und fotografiert.

Die Ausstellung wird mit einer Performance von Miedya Mahmod und Lukas Hermann feierlich eröffnet:
Zwei Stimmen suchen Klang/Sprachen: Miedya Mahmod schreibt und performt Texte, die sich weiterformulieren, zum Weiterdenken, wo Sprache Grenzen auslotet und überschreitet. Lukas Hermann bewegt sich mit modularen Synthesizern improvisierend zwischen Melodie und Rauschen, mit Live-Kompositionen, in denen Klang zeichenlos auf Dinge trifft. Gemeinsam erkunden sie Felder zwischen Lyrik und Sound, Körpern und Resonanzen.

Zur Ausstellung:
Für die stetig wachsende, weil niemals vollständige Fotoreihe "Queer Series", gab es in mehreren Städten in Deutschland und Schweden Treffen mit queeren Menschen, deren Haltung sowohl inhaltlich als auch fotografisch hier abgebildet wird, um die Vielfalt und die unterschiedlichen Facetten der Community sichtbar zu machen.

Die Veranstaltung zu „Kommse’ Ücken?!“ und die Ausstellung werden gefördert durch das queerfeministische Referat der Ruhr-Universität Bochum.

Veranstalter: readymade.books

Tickets in €: frei

Bild und Text, Lesung, Literatur und Musik

14. Juni

2026

11:00 Uhr

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Apostelstr. 84, 47119 Duisburg

Saskia Lippold und Tom Liwa „Der Wal und der Fluss“ – Eine Reise zwischen Ruhrgebiet, Mythos und Erinnerung

Das multimediale Stück von Saskia Lippold und Tom Liwa erzählt die Sensation des 1960 in Duisburg gestrandeten Wals aus Sicht eines Jungen.

Saskia Lippold, Tom Liwa, Collage: Saskia Lippold

„Der Wal und der Fluss“ ist ein multimediales Stück von Saskia Lippold und Tom Liwa, das die Geschichte des Jungen Gerd erzählt, der damals miterlebte, wie der Wal sich im Rhein verschwamm und Duisburg kurzzeitig zum medialen Hotspot machte.
Aus der kindlichen Sicht Gerds entfaltet sich entlang der historischen Ereignisse ein liebevolles und zugleich kritisches Panorama des damaligen Ruhrgebiets, geprägt von Schule, Nachbarschaft, Elternhaus – und von der Fantasie, die sich ihren Weg durch die Enge des Alltags bahnt.

„Der Wal und der Fluss“ ist eine poetisch-realistische Annäherung an eine außergewöhnliche Begebenheit, die im Gedächtnis des Ruhrgebiets weiterlebt. Das Stück verbindet Kindheit, Mythos, Umweltfragen und popkulturelle Alltagsmomente zu einem multimedialen Theatererlebnis, das das damalige Lebensgefühl spürbar macht – und gleichzeitig eine Brücke schlägt zwischen Generationen, Zeiten und Erzählweisen.

Tom Liwa wurde 1961 in Duisburg geboren und gilt als einer der einflussreichsten Singer-Songwriter deutscher Sprache. Er hat die mythischen Textanteile in „Der Wal und der Fluss“ verfasst. Die Universalkünstlerin Saskia Lippold arbeitet als Grafikerin. Von ihr stammen die Texte und Zeichnungen, die Gerds Geschichte erzählen.

Ein multimediales Stück für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren.

Ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr.

Veranstalter: Kreativquartier Ruhrort, Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Tickets in €: frei | pay what you want

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Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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