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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung

27. Oktober

2026

18:00 Uhr

uzwei im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund

Jian-Xin Zhou „Tsai Kun-lin“

Am Dienstag, 27. Oktober, ist der taiwanische Illustrator und Autor Jian-Xin Zhou (周見信) zu Gast auf der uzwei im Dortmunder U.

Foto: © privat

Am Dienstag, 27. Oktober, ist der taiwanische Illustrator und Autor Jian-Xin Zhou (周見信) zu Gast auf der uzwei im Dortmunder U. Im Gespräch mit Achim Kehlenbach stellt er die vierteilige Graphic Novel über das Leben von Tsai Kun-lin vor.

Tsai Kun-lin wurde 1930 im von Japan kolonialisierten Taiwan geboren und erlebte im Laufe seines über 90-jährigen Lebens zentrale Umbrüche der taiwanischen Geschichte. Die Graphic Novel erzählt sein persönliches Schicksal und macht zugleich sichtbar, wie politische und historische Ereignisse das Leben eines einzelnen Menschen prägen können.

Gemeinsam mit der Autorin Yu Pei-yun führte Zhou zahlreiche Gespräche mit Tsai Kun-lin. Für die vier Bände entwickelte er jeweils einen eigenen visuellen Stil und Farbmodus, um die unterschiedlichen Lebensabschnitte zu erzählen.

Jian-Xin Zhou ist ein bildender Künstler, der an der Nationalen Universität Taitung den Master in Bildender Kunst absolvierte und im Fach Kinderliteratur promovierte. Als hauptberuflicher Illustrator und Autor beschäftigt er sich gerne mit den Themen Flucht und Verstecken und hat Freude daran, für jedes seiner Bilderbücher einen ganz eigenen visuellen Stil zu entwickeln.

Eine Veranstaltung des Kulturministeriums Taiwan und Taiwanherz mit freundlicher Unterstützung des schauraum: comic + cartoon und der uzwei im Dortmunder U.

Veranstalter: schauraum: comic + cartoon

Tickets in €: frei

Lesung, Sonstiges

27. Oktober

2026

15:00 Uhr

Schul- und Stadtbibliothek Styrum, Willy-Brandt-Platz 2, 45476 Mülheim an der Ruhr

Wir lesen eine Geschichte

"Wir lesen eine Geschichte" ist ein offenes Angebot der Schul- und Stadtteilbibliothek Styrum für Kinder ab 3 Jahren.

Die Vorlesestunde findet jeden vierten Dienstag um 15 und 16 Uhr statt und wird durch ein Kreativangebot ergänzt.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und es ist keine Voranmeldung erforderlich.

Veranstalter: Stadtbibliothek Mülheim an der Ruhr

Tickets in €: frei

Lesung und Gespräch

27. Oktober

2026

18:00 Uhr

Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum

Geschichten, die Wurzeln schlagen: Ngũgĩ wa Thiong’o

Ngũgĩ wa Thiong’o hat uns mit seinen Werken gezeigt, dass Sprache weit mehr ist als ein Mittel, um miteinander zu sprechen. In ihr leben Erinnerungen, Identität, Würde und Freiheit.

Ngũgĩ wa Thiong’o macht mit seinen Büchern deutlich, dass Menschen, die ihre Sprache und ihre Geschichten wiederfinden, auch ihre Vergangenheit, ihre Stärke und ihre Zukunft zurückgewinnen können. Ausgehend von seinem Werk lädt dieser Vortrag dazu ein, gemeinsam über die Bedeutung von Dekolonisierung nachzudenken. Was bedeutet es, Geschichte neu zu erzählen? Welche Stimmen wurden lange überhört oder unsichtbar gemacht? Und wie können wir Räume schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven gehört und ernst genommen werden?

Der Vortrag versteht Ngũgĩ wa Thiong’os Vermächtnis zugleich als Vermächtnis radikaler Hoffnung. Es erinnert uns daran, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen ihre Geschichten erzählen. Sein Lebenswerk inspiriert bis heute Gespräche über Erinnerungskultur, Demokratie und Menschenrechte. Der Vortrag würdigt Ngũgĩ wa Thiong’os außergewöhnliches Leben und lädt dazu ein, gemeinsam über seine Ideen und ihre Bedeutung für unsere Gegenwart und unsere gemeinsame Zukunft ins Gespräch zu kommen.

Dr. Rahab Njeri studierte an der Universität zu Köln und promovierte an der Universität Trier. Sie ist Historikerin, ihre Forschungsgebiete sind postkoloniale Geschichte, Migrationsgeschichte, nordamerikanische und britische Geschichte (19./20. Jahrhundert), Afrikana, Gender und Diaspora Studies. Njeri ist ebenfalls Coach für Diversity und Intersektionalität, Antidiskriminierung, Critical Whiteness, Dekolonisation und Gender.

Die Reihe findet im Rahmen des Projekts „„Geschichten, die Wurzeln schlagen““ statt, bei der Bäume im Garten des Fritz Bauer Forums Menschen gewidmet werden, die sich für Menschenrechte und Demokratie eingesetzt haben und von denen wir, besonders in Hinblick auf die Herausforderungen der Gegenwart, lernen können. Bei der Veranstaltung werden wir Ngũgĩ wa Thiong’o einen Baum im Garten der Vielfalt widmen.

Die Veranstaltung wird gefördert von Demokratie leben!

Veranstalter: Fritz Bauer Forum

Tickets in €: frei

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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