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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

06. November

2026

20:00 Uhr

domicil, Hansastraße 7-11, 44137 Dortmund

LesArt.: Silvi Carlsson „Good Girl Exit“

Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation.

Was wäre, wenn Nettsein kein Charakterzug, sondern ein Überlebensmechanismus ist? In diesem Buch verabschiedet sich Silvi Carlsson von der Rolle der immer braven, verständnisvollen Frau. Was passiert, wenn wir uns erlauben, nicht immer für andere da zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Sie zeigt, wie tief die Good-Girl-Prägung in Beziehungen, Karrieren und Körpern wirkt – und was geschieht, wenn wir Männer nicht länger ins Zentrum unseres Denkens stellen.

Silvi Carlsson ist Autorin, Content-Creatorin und Psychologiestudentin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit weiblicher Sozialisation, Scham, emotionaler Verfügbarkeit und der Frage, warum Frauen sich so oft selbst zurückstellen. Mit ihren persönlichen, humorvollen und gesellschaftskritischen Inhalten erreicht sie auf Social Media hunderttausende Menschen. Dabei verbindet sie psychologische Beobachtungen mit gesellschaftlichen Dynamiken und spricht insbesondere über Beziehungsmuster, Queerness, Neurodivergenz und den Female Gaze. Good Girl Exit – Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit ist ihr erstes Buch.

Weitere Infos: www.lesart.ruhr

Das LesArt.Festival wird veranstaltet von: Kulturbüro der Stadt Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Kultur und Projekte e.V. und literaturhaus.dortmund. Unterstützt von der Sparkasse Dortmund.

Veranstalter: literaturhaus.dortmund, Kulturbüro der Stadt Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Kultur und Projekte e.V.

Tickets in €: ab 15,-

Leseshow, Lesung, Lesung und Gespräch

06. November

2026

18:00 Uhr

Oval Office des Schauspielhauses Bochum, Saladin-Schmidt Straße 2, 44789 Bochum Süd

Anja Liedtke „Schwimmen wie ein Delfin oder Bowies Butler“

Bowies Butler ist endlich wieder da. Ein Abend mit Lesung und Musik.

Alex in den Bergen, mal oberhalb, mal unterhalb der Baumgrenze. Aber immer orientierungslos und auf der Suche. Wonach sie sucht, weiß sie nicht, bis sie selbst gefunden wird. Musiker David Bowie findet sie in der Nähe seines Hauses, wo sie in ihrem Auto übernachtet. Hieraus entspinnt sich ein berufliches Verhältnis und eine tiefe persönliche und menschliche Beziehung, die in einer gemeinsamen künstlerischen Zukunft endet. Biografie Bowies und Fiktion vereinigen sich in einen Trip, der dem Leser erlaubt, Anteil zu nehmen an einer der größten künstlerischen Persönlichkeiten der Rock-Pop-Geschichte.

Der Roman ist nicht nur etwas für Bowie-Fans, sondern auch für Identitätsspieler, Liebhaber der Postmoderne und Freunde der Popkultur. Das Buch erschien zur Erinnerung an den ersten Todestag des Briten. Liedtkes vierter Roman erzählt die Begegnung von Alex, der Identität Suchenden, mit dem Musiker und Sänger, der mit Identitäten spielt. Aus ihr geht ein Musical hervor, das die Dystopie des Diamond-Dogs-Albums in die Utopie einer sozialen und ökologischen Gesellschaft weiterentwickelt. Von Hunger City zu Solar City.

Reinhard Postelmann begleitet diese literarisch-musikalische Begegnung auf der gleichen Gitarre, die auch Bowie spielte. Mit klarer, lauter Stimme singt er Bowie- und Lennon-Songs. Zusammen mit seiner Band The Town & The City hat er eine CD vorgelegt. In New York verbrachte er lange Zeit mit Schreiben und Arbeiten im Bowery Poetry Club.

Macondo-Macher Frank Schorneck verleiht den Bowie-Passagen seinen feinen Bariton.

Anja Liedtke promovierte Zur Sprache der Berichterstattung in den Kriegen am Golf und in Jugoslawien. Neben Romanen, Grün Gelb Rot, Stern über Europa und Reise durch amerikanische Betten, publizierte sie Blumenwiesen und Minenfelder, Reiseerzählungen aus Israel. Für eine Reiseerzählung über Shanghai wurde ihr der Bettina-von-Arnim-Literaturpreis verliehen.

Veranstalter: Schauspielhaus Bochum

Tickets in €: 8,-

Live-Hörspiel

06. November

2026

19:00 Uhr

Stadtbibliothek Recklinghausen, Augustinessenstr. 3, 45657 Recklinghausen

Theater Ex Libris: „Frankenstein“

In diesem Live-Hörspiel wird die Geschichte von Victor Frankenstein als Sci-Fi-Forschungsabenteuer auf einem Schiff mitten im Nordpolarmeer Ende des 18. Jahrhunderts neu erzählt.

Nordpolarmeer, August 1798: Das Schiff des Forschers Robert Walton ist in der Nähe des Nordpols festgefroren. Die Mannschaft muss notgedrungen ausharren, bis das Eis schmilzt. Ausgerechnet in dieser lebensfeindlichen Einöde erblickt die Crew einen Mann auf einem Hundeschlitten, der kurz darauf zu ihnen an Bord kommt. Doch das ist nicht das Ungewöhnlichste: der Mann berichtet, er sei an den Nordpol gereist, weil er einen Dämon zur Strecke bringen wollte. Dann offenbart der Fremde seine Geschichte: Die Geschichte von Victor Frankenstein.

Die Schauererzählung aus dem Jahr 1818 ist gleichzeitig der erste Science-Fiction-Roman – denn Mary Shelley ersann, wohin der Wissenshunger und Forschergeist ihrer Zeit führen könnte.

Veranstalter: Stadtbibliothek Recklinghausen

Tickets in €: 15,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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