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Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

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von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

25. April

2026

19:00 Uhr

Theater an der Ruhr, Akazienallee 61, 45478 Mülheim

Frank Schätzing „Was, wenn wir einfach die Welt retten? Handeln in der Klimakrise“

Frank Schätzing stellt in seinem neuen Buch die großen Zukunftsfragen und verbindet Sachkenntnis mit erzählerischer Wucht. Ein Plädoyer gegen Resignation und für kluge, machbare Wege aus der Krise.

Frank Schätzing, Foto: privat

Frank Schätzing stellt in seinem neuen Buch "Was, wenn wir einfach die Welt retten? Handeln in der Klimakrise" die großen Zukunftsfragen: Wie kommen wir vom Wissen ins Handeln? Welche Lösungen sind realistisch – und welche Utopien brauchen wir, um Veränderung überhaupt denken zu können? Schätzing verbindet Sachkenntnis mit erzählerischer Wucht. Sein Buch ist ein Plädoyer gegen Resignation und für kluge, machbare Wege aus der Krise – ohne Schönfärberei, aber mit dem Blick für Lösungen, die bereits existieren oder in Reichweite liegen.

Wissenschaftlich fundiert, spannend und nie ohne Humor entwirft Frank Schätzing verschiedene Szenarien unserer Zukunft, in denen wir mal versagt, mal obsiegt haben. Wir lernen die Protagonisten und Antagonisten kennen, Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, begegnen Aktivisten, Leugnern und Verschwörungstheoretikern, bevor sich der Blick auf das überwältigende Panorama des Machbaren öffnet und der Autor Wege aufzeigt, wie wir der Klimafalle entkommen und alles doch noch gut, nein, besser werden kann. Die Welt zu retten ist möglich – wenn wir nur wollen.

Frank Schätzing zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Erzählern. Spätestens mit dem Millionenbestseller "Der Schwarm" wurde er international bekannt. Seine Romane sind vielfach ausgezeichnet, in zahlreiche Sprachen übersetzt und stehen für Spannung, gründliche Recherche und gesellschaftliche Relevanz. Ein Abend für alle, die Zukunft nicht als Bedrohung verstehen – sondern als Gestaltungsraum.

Veranstalter: Theater an der Ruhr

Tickets in €: 7,50

Buchvorstellung, Diskussion

25. April

2026

19:30 Uhr

Theater Narrenschiff, Rio-Reiser-Weg 1, 59423 Unna

Seitenwende II

Der Künstlerische Leiter des Theaters Narrenschiff André Decker lädt erneut vier literaturaffine Köpfe der Stadt zum gemeinsamen Buchgespräch auf die Bühne ein.

Foto: Theater Narrenschiff

Der Künstlerische Leiter des Theaters Narrenschiff André Decker lädt erneut vier literaturaffine Köpfe der Stadt zum gemeinsamen Buchgespräch auf die Bühne ein. In Anlehnung an das legendäre Literaturformat "Das Literarische Quartett" präsentieren die vier Gäste jeweils ein Buch, das die Runde im Vorfeld gemeinsam gelesen hat, und eröffnen damit einen leidenschaftlichen Austausch über Sprache, Themen und Erzählhaltungen. Es wird diskutiert und gegebenenfalls gelobt, gestritten und gelacht - über Literatur, die begeistert, irritiert oder zum Nachdenken anregt. Der Blick schweift dabei auch immer wieder über den Buchrand hinaus: auf gesellschaftliche Debatten, persönliche Leseerfahrungen und die Frage, welche Rolle Literatur heute noch spielt.

Wie bei dem Auftakt der Reihe, im Rahmen des "Literarischen Herbst", sind wieder als Diskutant:innen geladen: der Literatur- und Kulturwissenschaftler Heiner Remmert, die Psychologin und Lektorin Andrea Sacher sowie - aus dem TN-Ensemble - der Kulturpädagoge und Autor Marco Janiel und die Anglistische Literaturwissenschaftlerin Dr. Katalina Kopka.

Zwischen den Gesprächsrunden sorgt auch wieder die Band Blue Shivers für musikalische Zwischenspiele - kleine Momente des Durchatmens, der Auflockerung und des Nachklingens - und vermittelt zwischen Kontroverse und Konsens, Gedanken und Gefühlen. So vervollständigen Blue Shivers die Atmosphäre zwischen "Booktalk" und Salonabend.

Veranstalter: Theater Narrenschiff, Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.

Tickets in €: 15 €

Literatur und Musik

25. April

2026

17:00 Uhr

Stadtbibliothek, Augustinessenstr. 3, 45657 Recklinghausen

„… herzlich, deine Jane“ – Texte und Briefe von Jane Austen

Jane Austens Briefe und Jugendwerke geben authentische Einblicke in die Gesellschaft des englischen Landadels. Lesung mit Ines Habich-Milović, begleitet von Monika Wischnowski an der Harfe.

v.l.n.r.: Ines Habich-Milović, Monika Wischnowski, Fotos: Peter Gwiazda, Ralf Kropla

Die vor 250 Jahren geborene englische Schriftstellerin Jane Austen ist durch die vielen Verfilmungen ihrer Werke auch bei uns sehr bekannt. Weniger bekannt ist, dass sie zahlreiche interessante Briefe geschrieben hat, von denen ein großer Teil erhalten ist. Auch in ihren Romanen, die im Milieu des englischen Landadels spielen, sind viele Briefe zu lesen.
Zu den Höhepunkten ihres Lebens zählten Bälle, Tanz und Musizieren im Freundeskreis. Bei den Festen spielten die jungen Ladies Tanzmusik auf dem Tafelklavier und sangen oder hatten eine Harfe, um darauf zeitgenössische Musik vorzuspielen. Ihre Freizeit verbrachten sie mit dem Schreiben von Briefen, Handarbeiten und dem Warten auf den richtigen – möglichst reichen – Ehepartner.
Da inzwischen auch die ins Deutsche übersetzten Jugendwerke greifbar sind, haben wir eine Menge Material für eine interessante Begegnung.

Genießen Sie mit uns Jane Austens Welt und die Erinnerungen an diese großartige Schriftstellerin. Ines Habich-Milović liest Texte der Autorin und Monika Wischnowski begleitet die Lesung an der Harfe.

Veranstalter: Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen

Tickets in €: 15,-/12,-/10,-

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Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

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