wir
lesen

Glück gehabt

Es fällt Menschen oftmals schwer, sich einzugestehen, dass sie einfach großes Glück hatten. Ihr Vermögen haben sie sich erarbeitet, selbst wenn es vor allem durch den Tod eines Verwandten auf dem Konto gelandet ist. Der Erfolg in Film, Musik oder Internet rührt von den eigenen Anstrengungen her und nicht davon, dass eventuell die richtigen Personen zur richtigen Zeit ein Auge auf die damals noch weitaus weniger erfolgreichen Kunstschaffenden geworfen haben. Wer am Kickertisch gewonnen hat, tat dies aufgrund der eigenen Bestleistung und nicht wegen der zwanzig Bier, die sich das gegnerische Team vorher in Rekordzeit in die neuronale Dachrinne gescheppert hat. So hält man sich fest an der eigenen Wirksamkeit und kann weitaus einfacher erklären, warum andere nicht diesen bestimmten Punkt im Leben erreichen.

Dieses Eingeständnis des Glücks geht oft mit der Erkenntnis einher, dass man nicht zu den Menschen gehört, die deutlich mehr Pech in ihrer Biografie hatten. Und das ist das nächste Problem. Man will ja weiter dazugehören. Man will nicht offen zugeben, dass man einen besseren Status hat. So erzählt Olaf Scholz, dass er noch immer zur Mittelschicht gehöre, oder die alte Binsenweisheit, dass Geld nicht glücklich mache, wird aus dem Sack gezaubert. Es ist natürlich nur Zufall, dass sie ihre Freundschaften weitaus seltener zu ärmeren Menschen pflegen. Man läuft sich halt so selten über den Weg, wie soll da denn etwas entstehen? Da kann man ja nun wirklich nichts dran ändern.

...weiterlesen

von Malte Küppers

Aktuelle Veranstaltungen

Lesung und Gespräch

03. Oktober

2026

20:00 Uhr

Forum des Mariengymnasiums, Brückstr. 108, 45239 Essen

Daniel Cohn-Bendit „Erinnerungen eines Vaterlandslosen“

Er war einer der prägendsten politischen Köpfe Europas: Daniel Cohn-Bendit schreibt offen über den Aufbau der Partei Die Grünen sowie über seine Jahre im Europäischen Parlament.

Europa war für ihn nie ein abstrakter Begriff, sondern gelebter Alltag – mit Brüchen, Widersprüchen und biografischen Umwegen. Daniel Cohn-Bendit spricht an diesem Abend über sein Buch "Erinnerungen eines Vaterlandslosen".

Geboren im Exil, geprägt von Flucht, Protest und politischer Leidenschaft, blickt der einstige „rote Dany“ zurück auf ein Leben zwischen Paris, Frankfurt und Europa. Offen, selbstkritisch und ohne Heldenpose erzählt er von 1968, von den Grünen, vom Europäischen Parlament – und von der Frage, was Zugehörigkeit heute überhaupt noch bedeuten kann.

Angefangen mit der Geburt in Südfrankreich und der Kindheit in Paris und Frankfurt, geprägt von der Flucht und dem Exil der Eltern und der Suche nach Zugehörigkeit, schildert Cohn-Bendit sein bewegtes Leben – von der Odenwaldschule über den Mai ’68 in Paris, während dessen er im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit stand, bis zu seiner Arbeit am Aufbau der Partei "Die Grünen" in Deutschland sowie seinen Jahren im Europäischen Parlament – mit erstaunlicher Offenheit. Van Renterghem als Gegenüber regt ihn zu kritischem Nachdenken und Abwägen an. Der einstige „rote Dany“ erscheint nicht als Held, sondern als reflektierter Europäer, der sich mit familiären Traumata, politischen Konflikten und lebensgeschichtlichen Brüchen auseinandersetzt.

Ein Abend mit einem der prägendsten politischen Köpfe Europas: persönlich, klug, unbequem. Und hochaktuell.

Veranstalter: schmitz. Die Buchhandlung

Tickets in €: 25,-

Bild und Text, Buchvorstellung, Kinder- und Jugendbuch

03. Oktober

2026

12:00 Uhr

Studio B, Stadt- und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1-3, 44137 Dortmund

Vorlesestunde „Bücher beißen nicht“

In der Vorlesestunde können Kinder ab 5 Jahren feststellen, ob Bücher wirklich nicht beißen, sondern Spaß machen. Die Vorlesestunde findet jeden Samstag statt.

Alle Kinder ab 5 Jahre aufgepasst! Jeden Samstag findet die Vorlesestunde „Bücher beißen nicht“ statt. Jeden Samstag in der Zeit von 12 bis 13 Uhr können Kinder feststellen, ob Bücher wirklich nicht beißen, sondern Spaß machen. Alle Kinder die Lust haben aufregenden, spannenden oder lustigen Geschichten zuzuhören sind herzlich eingeladen!

Veranstalter: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund

Tickets in €: frei

Lesung, Lesung und Gespräch

03. Oktober

2026

19:30 Uhr

Studio, Kastell 6, 47441 Moers

Peter Neumann „Mentalitäten: Wie wir besser verstehen, was uns trennt und was uns eint“

Ruhrmetropolenschreiber Peter Neumann liest aus seinem Essay "Mentalitäten: Wie wir besser verstehen, was uns trennt und was uns eint".

Die aktuellen Konflikte, bei denen Befürworter von Aufrüstung und Pazifisten aufeinanderstoßen oder Ostdeutsche und Westdeutsche – sie werden oft von tief verwurzelten Einstellungen und Überzeugungen, kurz: Mentalitäten, angetrieben.

In diesem sehr persönlichen Essay spürt der aktuelle Metropolenschreiber Ruhr Peter Neumann ihnen nach. Geboren in der ostdeutschen Provinz, hat er die DDR nicht mehr bewusst erlebt, und doch merkt er, da ist etwas, das nicht vergeht. Wie wirksam sind Prägungen wie diese? Welche Rolle spielen sie in den Kulturkämpfen, etwa um den neuen Bellizismus oder im Konflikt zwischen Stadt und Land?

Wenn wir die Macht von Mentalitäten begreifen, können wir besser verstehen, was uns trennt und was uns eint.

Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Gefördert durch: Brost Stiftung

Veranstalter: Schlosstheater Moers

Tickets in €: Frei

Alle Veranstaltungen

Neues im Magazin

Alle Beiträge

Lesezirkel

Großes Finale im Lesezirkel mit „Paradise Garden“ von Elena Fischer

Der Lesezirkel wurde Ende 2023 eingestellt. Hier finden Sie aber noch alle Leserunden.

hier entlang