Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr bekommt Sarah Jäger für ihren Jugendroman „Das Feuer vergessen wir nicht“. Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverband Ruhr, übergab den Preis in der Mathias-Jacobs-Stadthalle in Gladbeck. Die Essenerin setzte sich bei ihrer dritten Nominierung gegen die vier Mitnominierten Uwe Carow („Im Dunkeln zu Hause“), Denis Pfabe („Die Möglichkeit einer Ordnung“), Patrik Peyn („die leere in der orangerie“) und Vera Zischke („Pina fällt aus“) durch.
Hauptpreis für Sarah Jäger
Sarah Jäger erzählt in „Das Feuer vergessen wir nicht“ in ebenso poetischer wie glaubwürdiger Sprache von der 17-jährigen Ari, ihren engsten Freunden Mirjam und Milan und ihrer ersten Liebe. Beim Vorlesen in einem Altenheim begegnet Ari Flint, der dort Sozialstunden ableistet. Als eine Bewohnerin vom Streik der Londoner Streichholzarbeiterinnen im Jahr 1888 erzählt, beginnt Ari, neu über ihr eigenes Leben nachzudenken. Laudator
Jürgen Brôcan würdigte besonders die einfühlsame und sinnliche Wahrnehmung der jungen Figuren. Jägers Roman stelle Fragen, ohne vorschnell zu urteilen, und bewahre trotz aller Konflikte ein utopisches Moment. Ihre Bücher seien „große Literatur, stilistisch elegant und stets originell konstruiert“ – und ließen die Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur durchlässig werden.
Sarah Jäger lebt und arbeitet im Ruhrgebiet, zuerst als Call-Center-Agentin, später als freiberufliche Theaterpädagogin. Seit 2016 ist sie Buchhändlerin. Für ihren Roman „Nach vorn, nach Süden“ erhielt sie unter anderem den „Luchs des Monats“ der ZEIT sowie das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium und stand auf der Shortlist des Literaturpreis Ruhr. Ihr zweiter Roman „Die Nacht so groß wie wir“ war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominiert und wurde an mehreren Theatern aufgeführt. Mit ihrem vierten Roman „Und die Welt, sie fliegt hoch“ erhielt Sarah Jäger den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025.
RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin: