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Bochum liest ein Buch

Ein gemeinsames Leseerlebnis für die ganze Stadt

Das Buch für die Stadt: "Hawaii" von Cihan Acar. Foto: Dennis Yenmez/Stadt Bochum

Gemeinsam lesen, diskutieren und nachdenken: Das ermöglicht „Eine Stadt liest ein Buch“ erstmals auch in Bochum. Ein Leseerlebnis, das die ganze Stadt zusammenbringt – egal ob in Buchclubs, Cafés, der Volkshochschule, Stadtbüchereien, Literaturkreisen oder online.

„Bochum liest ein Buch“ ist ein stadtweites Literaturprojekt, bei dem alle Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen sind, gemeinsam ein ausgewähltes Werk zu entdecken.

Ziel ist es, Bochum als Literatur- und Lesestadt zu stärken, die vielfältige Kulturlandschaft der Stadt zu vernetzen und einen wiederkehrenden, festivalähnlichen Literaturimpuls zu setzen. Es knüpft an das internationale Format „One City, One Book“ an, das in vielen Städten weltweit erfolgreich Menschen über Literatur miteinander verbindet.

Für die Premiere hat die Jury den Roman „Hawaii“ von Cihan Acar ausgewählt. Er erzählt eindrücklich von Identität, Heimatlosigkeit und gesellschaftlichen Spannungen – Themen, die berühren und anregen, über die eigene Stadt und das eigene Umfeld nachzudenken. Acar wurde unter anderem mit dem Literaturpreis der Doppelfeld Stiftung, dem Thaddäus-Troll-Preis und dem Literaturstipendium Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Alle Bürger*innen, Vereine, Institutionen und Unternehmen aber auch Schülerinnen und Schüler sind ausdrücklich eingeladen, mitzulesen, teilzunehmen oder eigene Aktionen rund um das Buch einzubringen. So entsteht ein gemeinsames Leseerlebnis, das Bochum in seiner Vielfalt zusammenführt.

Worum geht es in „Hawaii“ von Cihan Acar?

Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche, schweres Unheil bringen. Kemal Arslan läuft durch Heilbronn, ein Fußballstar, der nach einem Unfall seine Karriere beenden und von vorn anfangen muss. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Straßenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Straßenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Cihan Acar erzählt von zwei Tagen und drei Nächten eines jungen Mannes, in denen er alle Stadien von Illusion, Sehnsucht und Einsamkeit durchquert. Ein Buch über all die Heimatlosen, Nachtgestalten und Romantiker, die im Dazwischen leben.

Aktionszeitraum im November

Direkt nach den Herbstferien startet ein dreiwöchiger Aktionszeitraum vom 1. bis zum 20. November. In dieser Zeit dreht sich alles um das ausgewählte Buch: Lesungen, Diskussionen, kreative Workshops und Austauschformate laden dazu ein, neue Perspektiven zu entdecken und Literatur auf vielfältige Weise zu erleben. Ziel des Projekts ist es, die Freude am Lesen in den Mittelpunkt zu rücken und Bochum als lebendige Kulturstadt sichtbar zu machen. Der Aktionszeitraum endet mit einer Abschlussveranstaltung inklusive Lesung des Autors am Bundesweiten Vorlesetag, dem 20. November, in der Stadtbücherei.

Das ausgewählte Buch wurde von einer unabhängigen Jury bestimmt, bestehend aus Literaturinteressierten, Expert*innen, Vertreter*innen der Bochumer Kulturlandschaft sowie einer Schülerin der Bezirksschüler*innen-Vertretung. Ziel der Auswahl war es, ein Werk zu finden, das Menschen aller Generationen und Lebensrealitäten anspricht und zum Austausch einlädt.

Ein Buch auch für die Hustadt! Foto: Dennis Yenmez/Stadt Bochum

Alle weiteren Informationen, Anlaufstellen und Mitmachmöglichkeiten hier.

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