Literaturfestival

Die Gladbecker Lesetage machen ganz Gladbeck zum Ort des Lesens

Eine Woche voller Bücher, Geschichten und Begegnungen

2023 war Lisa Roy mit ihrem Debütroman "Keine gute Geschichte" für den Literaturpreis Ruhr nominiert. In Gladbeck stellt sie ihren gefeierten neuen Roman "Alles ist Gold" vor. Foto: Anna-Lisa Konrad

Eine Lesung in der Kita, Literatur im Café, Gedichte im Schaufenster, Geschichten in der Kirche und ein Poetry Slam beim Weinhändler: Vom 5. bis 11. Oktober 2026 wird Gladbeck für eine Woche zur Lesestadt. Bei den ersten Gladbecker Lesetagen stehen mehr als 20 Veranstaltungen an zahlreichen Orten im Stadtgebiet auf dem Programm. Eine Woche lang begegnen sich Menschen, Bücher und Geschichten – mit Angeboten für Kinder und Jugendliche ebenso wie für erwachsene Literaturbegeisterte.

Veranstaltet werden die Gladbecker Lesetage vom Vlipp e.V. – Verein für Künstler und Kreative in Gladbeck, dem Sozialpastoralen Zentrum K4 und dem Literaturbüro Ruhr. Ermöglicht wird das umfangreiche Programm durch die Unterstützung der Ruhrstiftung und der Bildungsstiftung Herbertsheide.

Die Idee hinter den Lesetagen ist ebenso einfach wie ambitioniert: Literatur soll überall in der Stadt erlebbar werden. Kitas, Kirchen, Cafés, die Stadtbücherei, die Neue Galerie, das K4 und zahlreiche weitere Gladbecker Einrichtungen werden deshalb zu Schauplätzen für Geschichten, Gedichte und Begegnungen mit Autorinnen und Autoren. „Wir möchten zeigen, wie vielfältig Literatur ist und wie viele unterschiedliche Orte und Menschen sie miteinander verbinden kann“, sagt Michael Meyer vom Vlipp e.V.

Die jüngsten Gladbeckerinnen und Gladbecker stehen im Mittelpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt der Lesetage liegt auf Kindern und Jugendlichen. Geschichten eröffnen neue Welten, wecken Neugier, fördern Sprache und Fantasie und schaffen gemeinsame Erlebnisse. Genau diese Begeisterung für Bücher und das Erzählen möchten die Gladbecker Lesetage von klein auf fördern – mit zahlreichen Lesungen mit Kinder- und Jugendbuchautor*innen.

Die Lesungen bringen Kinder unmittelbar mit Büchern, Geschichten und Autorinnen in Kontakt. Dabei nehmen die Lesetage besonders auch Kinder in den Blick, die beim Lesen oder beim Erwerb der deutschen Sprache zusätzliche Förderung benötigen. Literatur wird so zugleich zum Erlebnis, zum Bildungsangebot und zu einem Weg, Sprache gemeinsam zu entdecken.

Für ältere Kinder und Jugendliche stehen ebenfalls besondere Formate auf dem Programm: Eine Graphic-Novel-Lesung ebenso wie ein Poetry-Slam. Damit spannt das Programm den Bogen vom illustrierten Erzählen bis zur Literatur auf der Bühne. Auch das eigene Schreiben soll einen festen Platz bei den Lesetagen bekommen. Mit Schreibwerkstätten und einem Schreibwettbewerb sollen engagierte und talentierte Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit erhalten, eigene Texte zu entwickeln und öffentlich zu präsentieren.

Wird ebenfalls bei den Lesetagen dabei sein: Verena-Kristina Kirchberg mit ihrem Buch "Ich bin Büdchen". Foto: Heike Sterthoff

Für erwachsene Literaturfreunde bietet die Woche ebenfalls ein vielseitiges, hochkarätiges Programm. Bereits zum Auftakt am 5. Oktober zieht Literatur mit der „Fensterlyrik“ in die Stadt ein. Von der Humboldt Buchhandlung ausgehend werden Gedichte und Texte an insgesamt elf Orten sichtbar. Mit Lisa Roy und Judith Merchant stellen bekannte Autor*innen ihre neuen Romane vor.

Wenn Gladbeckerinnen und Gladbecker selbst vorlesen

Die Lesetage leben auch von der Beteiligung der Stadtgesellschaft. Unter dem Titel „Gladbecker lesen“ werden Bürgerinnen und Bürger selbst zu Vorleserinnen und Vorlesern und stellen Texte vor, die ihnen besonders am Herzen liegen. Gerade die Vielfalt dieser Formate prägt den Charakter der Lesetage: Professionelle Autorinnen und Autoren treffen auf Vorleserinnen und Vorleser aus Gladbeck, klassische Lesungen auf Poetry Slam und Graphic Novel, Kinderliteratur auf Krimi, Roman und Sachbuch.

Zum Abschluss konzentriert sich das Geschehen bei einem Buchfestival mit Messe, wo Besucherinnen und Besucher stöbern, Bücher und Autorinnen und Autoren entdecken und miteinander ins Gespräch kommen können. Die Veranstalter denken dabei bereits über diese eine Woche hinaus. Rund um die Lesetage soll ein dauerhaftes Netzwerk aus Schulen, Kitas, Kultur- und Sozialeinrichtungen, Autorinnen und Autoren sowie weiteren Partnerinnen und Partnern entstehen. Ziel ist es, gemeinsam auch künftig Angebote zur Leseförderung zu entwickeln.

Die Premiere im Oktober soll deshalb erst der Anfang sein. Die Gladbecker Lesetage sollen künftig jedes Jahr stattfinden und zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt werden.

Alle Veranstaltungen der Gladbecker Lesetage finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

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Hier ist sie: Die Shortlist zum Literaturpreis Ruhr 2026