Ausgezeichnet

Der Literaturpreis Ruhr 2021 geht an…

Bei einer Gala im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen wurden die Auszeichnungen in den Kategorien Haupt-, Förder- und Ehrenpreis verliehen

RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel mit Literaturpreisgewinnerin Mithu Sanyal und den anderen Shortlister*innen Sarah Jäger, Volker Jarck, Stefan Thoben. Es fehlte: Karosh Taha (c) Anna-Lisa Konrad

Hauptpreis für Mithu M. Sanyal und „Identitti“ – herzlichen Glückwunsch!

Ein Campusroman aus Europas dichtester Universitätslandschaft, ein Identitätsroman aus Deutschlands ältestem Melting Pott, ein bunter, lebensvoller Ideenroman zur aktuellen Diskussion über Herkunft, Hautfarbe, Klasse, Geschlecht, Religion, Kultur, Begehren, Bildung und Weltanschauung: Was macht uns aus? Haben wir die Wahl? Und was, wenn wir uns täuschen? Mithu Sanyal erleuchtet ihre Leser*innen, indem sie sie verwirrt – witzig, spannend, formenreich und innovativ.

Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren. Sie ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Kritikerin (z. B. für Deutschlandfunk und WDR). 2009 erschien ihr Sachbuch „Vulva. Das unsichtbare Geschlecht“, 2016 „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“. 2021 kam bei Hanser ihr erster Roman „Identitti“ heraus, der auch schon auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand.

Die mitreißende Laudatio der Jury sehen Sie hier:

Mithu Sanyal kündigte nach der Preisvergabe noch auf der Bühne spontan an, dass sie das Preisgeld von 15.000 Euro mit allen anderen Autorinnen und Autoren auf der Shortlist teilen wird! Mit Sarah Jäger, Volker Jarck, Karosh Taha und Stefan Thoben.

Mit dem Förderpreis wird Esra Canpalat aus Bochum für ihre Erzählung „Walrosshaut“ ausgezeichnet.

Esra Canpalat wurde 1988 geboren und lebt in Bochum. Ihre Erzählung „Walrosshaut“ wurde im November 2020 im Magazin „[Kon] Paper. Magazin für Literatur und Kultur, No. 7 Haut“ veröffentlicht. Canpalat hat Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte im Bachelor sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft im Master an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Zurzeit ist sie Doktorandin an der Universität zu Köln.

Die Jury lobt: „Esra Canpalats Texte sind teils autobiografisch, teils dokumentarisch, aber immer auf der Höhe der Zeit. Mit ‚Walrosshaut‘ hat sie einen Text vorgelegt, der sprichwörtlich unter die Haut geht. Gleichsam schonungslos und liebevoll schreibt Canpalat von der Beziehung zwischen Kind und Vater, von den Spuren in unserem Leben und an unseren Körpern, von Erinnerung und Vergänglichkeit. Dieser Text hat uns überzeugt.“

Die ganze Laudatio von Jurymitglied Sandra Da Vina können Sie hier lesen:

Unter die Haut

Laudatio von Sandra Da Vina auf die Förderpreisträgerin Esra Canpalat

Sandra Da Vina_Lesezirkel, Foto: Anna-Lisa_Konrad

Den Ehrenpreis bekommen Beate Scherzer und Peter Kolling zugesprochen

Beate Scherzer und Peter Kolling betreiben die vielfach ausgezeichnete Buchhandlung Proust Wörter + Töne in Essen. Seit Jahrzehnten engagieren sie sich auch weit über ihre Buchhandlung hinaus für die Literatur in Essen und im gesamten Ruhrgebiet. Sie führen zahlreiche literarische Veranstaltungen und Festivals durch, bringen Literatur in den öffentlichen Raum (das „literarische Parkhaus“ in Essen), kooperieren ruhrgebietsweit mit verschiedenen literarischen Partnern und engagieren sich im Netzwerk literaturgebiet.ruhr, das sie mitbegründeten. Beate Scherzer ist zudem als Jurymitglied beim Deutschen Buchpreis bekannt.

Die warmherzige, persönliche Laudatio von Claus Leggewie:

Über den Literaturpreis Ruhr

Für den Hauptpreis kamen herausragende Titel aus dem Ruhrgebiet und über das Ruhrgebiet in Frage, die im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 30. April 2021 in einem Verlag oder per Selfpublishing erschienen sind. Der bzw. die Preisträger*in lebt im Ruhrgebiet und/oder befasst sich in seinem/ihrem Werk mit dem Ruhrgebiet bzw. mit einem Thema, das einen Bezug zum Ruhrgebiet aufzeigt. Der Hauptpreis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Der Förderpreis des Literaturpreises Ruhr wird an Nachwuchsschriftsteller*innen vergeben, die im Ruhrgebiet leben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.

Mit dem Ehrenpreis des Literaturpreises Ruhr werden eine oder mehrere Personen oder eine Institution für herausragende Verdienste um die Literatur im Ruhrgebiet oder für das literarische, literaturwissenschaftliche, literaturkritische, organisatorische oder verlegerische Gesamtwerk ausgezeichnet. Der Ehrenpreis ist kein Jurypreis, sondern er wird vom RVR in Absprache mit dem Literaturbüro Ruhr direkt vergeben.

Der Literaturpreis Ruhr wird in diesem Jahr zum 35. Mal verliehen.

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