Ausgezeichnet

Salon5 Jugendbuchpreis vergeben

Ein Preis (nicht nur) für Jugendbücher, der nur von Jugendlichen vergeben wird: Das ist der Salon5 Jugendbuchpreis aus Bottrop

Die Jugendredaktion Salon5 des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV hat zum zweiten Mal den „Salon5 Jugendbuchpreis” vergeben und damit fünf Bücher ausgezeichnet, die unter 60 Einreichungen ausgewählt wurden. Auf Instagram konnten junge Leserinnen und Leser ihre Lieblingsbücher nominieren. Keine Bedingungen oder Hürden! – wann ein Buch erschienen ist, wie es von der etablierten Literaturkritik beurteilt wurde, ist egal. Was zählt, sind nur die subjektiven Vorlieben und das Urteil der jungen Lesenden.

Aus diesen Einreichungen wählte die ebenfalls jugendliche Salon5 Jury die Besten aus den Kategorien „Leben“ (Romane allgemein), „Gefühle“ (Bücher zum Thema Liebe), „Gerechtigkeit“ (politische Literatur), „Andere Welten“ (Fantasyromane) und „Verbrechen“ (Krimi) aus.

Der Jury gehörten Duha Yalcin, Roni Ali, Dina Bogdanski und Chantal Greikowski an.

Die ausgezeichneten Titel im Einzelnen:

ANDERE WELTEN: „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ von Rick Riordan

Percy versteht die Welt nicht mehr. Jedes Jahr fliegt er von einer anderen Schule. Ständig passieren ihm seltsame Unfälle. Und jetzt soll er auch noch an dem Tornado schuld sein! Langsam wird ihm klar: Irgendjemand hat es auf ihn abgesehen. Als Percy sich mit Hilfe seines Freundes Grover vor einem Minotaurus ins Camp Half-Blood rettet, erfährt er die Wahrheit: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon, Percy also ein Halbgott. Und er hat einen mächtigen Feind: Kronos, den Titanen. Die Götter stehen Kopf – und Percy und seine Freunde vor einem unglaublichen Abenteuer…

Jurymitglied Roni Ali: „Unglaublich episch und dennoch so nah an der Realität.“

GEFÜHLE: „All die verdammt perfekten Tage“ von Jennifer Niven

Ein Buch, das sich dem schwierigen Thema Suizid widmet und Lust aufs Leben macht.

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass Violet neben ihm steht und offenbar über dasselbe nachdenkt. Auf diesen ersten gemeinsamen Moment folgen viele weitere. Finch merkt, dass er bei Violet er selbst sein kann. Und Violet lernt durch Finch, jeden einzelnen Augenblick wieder zu genießen. Aber während Violet die Welt neu entdeckt, verliert Finch immer öfter den Mut zum Leben…

Jurymitglied Dina Bogdanski: „Dieses Buch verwandelt Verzweiflung in Lebensfreude und nimmt den Leser mit auf eine Reise, die einen auf jeglicher Gefühlsebene anspricht.“

GERECHTIGKEIT. „Das Ministerium der Träume“ von Hengameh Yaghoobifarah

Als die Polizei vor ihrer Tür steht, bricht für Nas eine Welt zusammen: ihre Schwester Nushin ist tot. Autounfall, sagen die Beamten. Suizid, ist Nas überzeugt. Gemeinsam haben sie alles überstanden: die Migration nach Deutschland, den Verlust ihres Vaters, die emotionale Abwesenheit ihrer Mutter, Nushins ungeplante Mutterschaft. Obwohl ein Kind nicht in das Leben der lesbischen Nas passt, nimmt sie ihre Nichte auf. Selbst als sie entdeckt, dass Nushin Geheimnisse hatte, schluckt Nas den Verrat herunter, gibt alles dafür, die Geschichte ihrer Schwester zu rekonstruieren – und erkennt, dass Nushin sie niemals im Stich gelassen hätte. »Ministerium der Träume« ist ein Roman über Wahl- und Zwangsfamilie, ein Debüt über den bedingungslosen Zusammenhalt unter Geschwistern, das auch in die dunklen Ecken deutscher Gegenwart vordringt.

Jurymitglied Chantal Greikowski: Es ist wunderschön geschrieben und behandelt viele wichtige politische Themen, wie Sexismus, Homophobie und Rassismus. Es ist ein schöner Weckruf! 

LEBEN: „Werk ohne Inhalt“ von Marvin Wiegandt

Jan glaubt nicht an die Liebe auf den ersten Blick, doch dann wird er eines Besseren belehrt. Wird er? Wer bestimmt überhaupt die einzelnen Kapitel im Buch unseres Lebens? Was erleben die beiden Schwestern Laura und Sarah in Barcelona? Wird es Neil gelingen, seinen Film auf die Leinwand zu bringen? Und wie hängt all das zusammen? Kann Wahnsinn zugleich Genie bedeuten, oder lebt das Genie nur im eigenen Traum?

Autor Marvin Wiegandt ist 21 Jahre alt und stammt aus Hagen.

Jurymitglied Chantal Greikowski: Das Buch ist die perfekte Mischung! Man hat die erste Liebe, Freundschaft und Familie. Der Leser bekommt ein wahres Gefühl beim Lesen.

VERBRECHEN: „One of us is lying“ von Karen M. MacManus

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv.

Jurymitglied Duha Yalcin: Bis zum Ende des Buches weiß man nicht, wer der Mörder ist und die Spannung bleibt die ganze Zeit bestehen. Man fragt sich die ganze Zeit, wer ist es?

Der Salon5 Jugendbuchpreis wird in Kooperation mit der Lebendigen Bibliothek in Bottrop, mit dem Literaturbüro Ruhr und mit der Humboldt Buchhandlung vergeben.

Salon5 ist die Jugendredaktion des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV, gestaltet von Jugendlichen für Jugendliche auf Augenhöhe. Junge Menschen bekommen im Salon5 die Möglichkeit, den Umgang mit Medien kennenzulernen und mit Formaten und Inhalten zu experimentieren. Der Zugang ist für alle offen. Das Angebot soll Jugendlichen im Ruhrgebiet eine Stimme verleihen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Seit dem Start des Webradios im Frühjahr letzten Jahres ist ein Podcast zu Lieblingsbüchern der Jugendlichen fester Bestandteil des Programms. Daraus entstand die Idee eines Jugendbuchpreises.

 

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