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Fluss ohne Ufer

Premiere in Mülheim: "Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen"

So sah der Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen in Dresden aus. (c) Hans-Ludwig Böhme

Flusspegel auf Rekordniveau! Schlagzeilen wie diese beunruhigen gerade viele Menschen in Deutschland. Auch in Mülheim. Die Ruhr stiftet nicht nur regionale Identität: Sie ist Freizeitzone, Verkehrsader und Wirtschaftsfaktor, aber ebenso Klimaindikator, bedrohtes Biotop – und lebensnotwendig. Am 3. Februar zapft die Veranstaltung „Fluss ohne Ufer“ in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr das vielfältige regionale und überregionale Wissen über den Fluss an. Insbesondere Literaturbegeisterte sind eingeladen mit Autor:innen, Schriftsteller:innen und anderen Expert:innen in den Austausch über Fließgeschwindigkeit und Regulierung von Wasser, Körper und Gedanken zu kommen.

Flüsse mit ihren Ufern sind vielfältige Motive in literarischen Werken. Sie prägen unsere eigene Biographie, sind Orte der Ruhe, der immerwährenden Transformation und Übergang in transzendentale Welten. Flüsse tragen unsere Sehnsüchte bis hinaus auf das weite Meer. In der arabischen Literatur spiegelt sich im Wasser des Flusses unser eigenes Leben. Mit den Auswirkungen des Klimawandels verschiebt sich zunehmend auch die Wahrnehmung und der kulturelle Umgang mit dem Wasser und seinen Flussläufen.

Beim Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen stehen den Besucher:innen an einem Abend 90 Expert:innen in 190 Einzelgesprächen Rede und Antwort – vom Sportbootfahrer bis zur Bürgermeisterin, von der Künstlerin bis zum Historiker. Mit dabei sind Expert:innen aus der gesamten Vielfalt der Literatur: Sie erzählen über Romane und Erzählungen, in denen Flüsse eine große Rolle spielen, kennen sich aus mit Sagen rund um die Ruhr oder haben Texte über Wasser für Theater und Hörfunk geschrieben.

Expert:innen (Auswahl):

  • Jabbar Abdullah, Autor und Archäologe
  • Lina Atfah, Dichterin und Literaturwissenschaftlerin
  • Peter Bankmann, Lokalhistoriker und Autor
  • Petra Büse-Leringer, Buchhändlerin
  • Gabriele Gillen, Autorin und Dramaturgin
  • Sarah Meyer-Dietrich, Autorin, Redakteurin und Lektorin
  • Petra Postert, Kinder- und Jugendbuchautorin
  • Dorothea Renckhoff, Autorin und Dramaturgin
  • Kathrin Röggla, Schriftstellerin
  • Andreas Rossmann, Journalist
  • Peter-T. Schulz (Petoschu), Autor, Maler, Dichter und Fotograf
  • Dirk Sondermann, Sagenforscher und Autor
  • Nesrin Tanç, Autorin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin
  • Leopold von Verschuer, Übersetzer, Autor, Schauspieler und Regisseur

Die Veranstaltung ist ein spektakulärer Ort der Wissensvermittlung, Archiv und Lesesaal, Börse und Beratungsstelle zugleich. Seit zwanzig Jahren tourt der Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen zu unterschiedlichen Themen durch die ganze Welt und ist nun zum ersten Mal in NRW zu erleben. „Fluss ohne Ufer“ ist eine Veranstaltung der Theaterallianz vier.ruhr, bestehend aus den Mülheimer Theatertagen, dem Theater an der Ruhr und dem Ringlokschuppen Ruhr. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Gespräche können am 03. Februar vor Ort in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr ab 18 Uhr für jeweils 1 Euro gebucht werden.

 

Fluss ohne Ufer. Über Fließgeschwindigkeit und Regulierung von Gewässern, Körpern und Gedanken

Samstag, 03. Februar 2024
19 bis 23 Uhr – durchgehend geöffnet
Check-In ab 18 Uhr
Stadthalle Mülheim an der Ruhr
Eintritt frei

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